4 Tage für die Zukunft

4 Tage für die Zukunft

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21 Visionär_innen, 600 Zuschauer_innen und vier Tage: Ende August fand die TEDGlobal2017 Konferenz in Arusha, Tansania, statt. In Blitzvorträgen präsentierten die Teilnehmer_innen ihre zukunftsweisenden Ideen, von Blutlieferungen via Drohne in Ruanda bis hin zu Weiterbildungen für Kleinbauer_innen, um neue Möglichkeiten vor Ort zu schaffen.

Technology, Entertainment, Design: Diese Begriffe stecken hinter den TED Talks Konferenzen, die sich mittlerweile weltweit großer Anerkennung erfreuen und über Videos auf der TED-Talks-Webseite oder Youtube verbreitet werden. Menschen aus der ganzen Welt halten auf den TED-Konferenzen, die seit 1984 organisiert werden, ein- bis vierzigminütige Vorträge, um ihre Projekte in den verschiedensten Themenbereichen zu präsentieren. Besonders seit 2000 sind die Konferenzen in aller Munde, als Vortragende wie Bill Clinton oder Bill Gates für Aufsehen sorgten.

Dieses Jahr fand das Format TEDGlobal vom 27. bis 30. August in Arusha, Tansania, statt. Dort hatte die Konferenz schon einmal vor genau zehn Jahren stattgefunden. Das diesjährige Motto war „Builders. Truth-Tellers. Catalysts“. Vor einem breiten Publikum von 600 Gästen und in acht Teileinheiten zu verschiedenen Themen, überzeugten viele der Teilnehmer_innen mit ausgefallenen und beeindruckenden Projekten. Dabei zeugen die Formate, mittels derer die Visionär_innen auf Lösungssuche für verschiedenste Herausforderungen gingen, und die Vielfalt der Themengebiete wie nachhaltige Architektur oder identitäres Design, von Kreativität.

Zum Denken anstiften und Unternehmen in Gang bringen

Dass die Ideen der TED-Visionär_innen richtungsweisend seien können, beweisen zum Beispiel die Unternehmer Kola Masha und Keller Rinaudo. Mit seinem Unternehmen Babban Gona will Kola Masha unter anderem neue Jobmöglichkeiten für nigerianische Jugendliche schaffen. Über die Farmer_innen-Community und effektives Management, gelang es ihm mittlerweile über 20.000 Landwirt_innen zu erreichen, die durch Optimierungen im Betriebsablauf und somit größeren Gewinnen nun neue Arbeitsstellen schaffen können. Keller Rinaudo hingegen ist der Start-Up-Unternehmer, der mit „Zipline“ Blutkonserven per Drohne in Ruanda ausliefert.

Zum Umdenken stiftete, unter vielen weiteren, die Publizistin Bibi Babare-Yusuf an. Die Nigerianerin machte auf ein ihrer Meinung nach „viel zu westliches und maskulines Archiv“ in vielen Bibliotheken auf dem afrikanischen Kontinent aufmerksam. Sie setze sich für ein panafrikanisches Archiv mit Autor_innen aus afrikanischen Ländern ein, um zukünftigen Generationen eine „afrikanische“ Sichtweise zu vermitteln. Wer die Archive kontrolliere, kontrolliere die Geschichtsschreibung, so Babare-Yusuf, deren Idee eine von vielen ist, die durch die Plattform der TEDGlobal-Konferenz Geschichte schreiben könnte.

Paula Rolshoven

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