Abzug aus der Côte d’Ivoire

Abzug aus der Côte d’Ivoire

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Nach 13 Jahren ziehen die sogenannten Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen aus der Côte d'Ivoire ab. Seit 2004 waren sie vor Ort, um die politisch-militärische Krise zu schlichten.

Die 2004 errichtete Friedensmisson UNOCI ist aus der Côte d’Ivoire abgezogen. Sie hatte in der Vergangenheit zwischen den Konfliktpartnern vermittelt, aber dazu beigetragen, die staatliche Verwaltung zu reorganisieren.

Trotz der erfolgreichen Konfliktschlichtung wurde die Anwesenheit der sogenannten Blauhelmsoldaten aber auch immer wieder kritisiert. In den unruhigen Zeiten nach den Präsidentschaftswahlen 2010 hatten sie militärisch eingegriffen, nachdem die Regierung schwere Waffen gegen die Zivilbevölkerung einsetzte. Nach seiner Abwahl hatte sich Laurent Gbagbo (Amtszeit 2000-2010) geweigert sein Amt abzugeben. Er und seine Unterstützer_innen hatten das Ergebnis angezweifelt. Die Stimmabgabe im Norden des Landes seien undemokratisch verlaufen. So schaukelte sich der politische Konflikt brisant auf. Bereits seit dem Jahr 2000 drohte dem Land eine Spaltung. Im Norden des Landes hatte sich eine bewaffnete Rebellion der Opposition gebildet, die sich gegen den demokratisch gewählten Staatspräsidenten Gbagbo auflehnte. 2002 versuchte sie Gbagbo militärisch zu stürzen, so dass es zur Spaltung der Côte d’Ivoire kam. Die Regierung verlor die Kontrolle über den Norden und ab 2004 vermittelte die UNOCI-Mission.

Auch wenn die nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 die Möglichkeit neuer Konflikte darstellen könnte, hat sich die politische Lage mit Alassane Outtara als Präsidenten normalisiert, der Prozess gegen Gbagbo läuft. Von vielen Einwohnern des Landes wurde der Abzug der UN-Soldaten als überstürzt empfunden, da sie das Land noch nicht vereint sehen. UN-Generealsekretär Antonio Gutteres zufolge, befinde sich die Côte d’Ivoire jedoch auf einer guten Laufbahn.

Paula Rolshoven

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