AFC Köln: Neuer Stern am Kölner Fußballhimmel

AFC Köln: Neuer Stern am Kölner Fußballhimmel

0 1767

Nach dem spanischen „Ideal CF Casa Espana“, jüdischen „Makkabi Köln“ und türkischen „TFC Köln 2001“ erfreut sich die Domstadt nun auch wieder an einem Fußballklub mit afrikanischen Wurzeln. LoNam machte sich vor Ort ein Bild.

Das aktuelle Mannschaftsfoto. Foto: AFC Köln

Am Anfang des Afrika Fußball Club Köln e.V. (AFC Köln) standen die Kindheitserinnerungen eines jungen Mannes. „Die eigentliche Idee einen solchen Fußballverein in Deutschland zu gründen, stammt von der ersten afrikanischen Generation, die vor etwa 30 Jahren den Afrika Sport Klub in Köln ins Leben riefen“, erzählt Cedric Ayibiga Mferi, einer der Verantwortlichen des neuen Vereins. „Damals war Deutschland noch nicht so bunt wie heute und Ausländer wurden viel extremer gemustert. Schwarzafrikaner, die zum Studieren oder wegen Krieg und Verfolgung oftmals ohne ihre Familienangehörigen hierhin kamen, sehnten sich nach einem Heimatgefühl, das der Afrika Sport Klub ihnen geben konnte. Als Kind des ehemaligen Spielers Jacob Mferi war ich Sonntags immer bei den Spielen dabei. Das hat meine afrikanische Seite stark geprägt“, erzählt der Sohn eines gabunischen Vaters und einer deutschen Mutter. Doch mit der Zeit zerfiel der Verein, die Verantwortlichen kehrten in die Heimat zurück oder zogen innerhalb Deutschlands in andere Städte. Cedric: „Um den Verein hat sich irgendwann niemand mehr gekümmert. Zwar ist der Draht zum alten Klub gänzlich verloren gegangen, dennoch war es schon immer ein Traum von mir, einen solchen Klub wieder zu haben. Zusammen mit Judicael Alandji-Otounga und René de Sain, ebenfalls Sohn eines ehemaligen Spielers, fassten wir den Entschluss, einen neuen Verein zu gründen, der ähnlich konzipiert ist und ähnlich klingt.“

Cedric war bei der Gründung des neuen AFC dabei. Foto: AFC Köln
Cedric war bei der Gründung des neuen AFC dabei. Foto: AFC Köln

Ihren Traum konnten sich die drei in diesem Sommer verwirklichen und sorgen zugleich dafür, dass das bunte Köln um ein weiteres ambitioniertes und vielversprechendes Projekt reicher ist. Denn beim AFC Köln wird nicht nur Fußball gespielt, sondern auch massiv Integrationsarbeit geleistet. „Hier bei uns spielen mehrere Flüchtlinge. Wir helfen den Jungs, sich hier zurechtzufinden. Sport ist eines der ersten Mittel, um Barrieren zu brechen“, erzählt Cedric und nimmt sich eine ganz große Persönlichkeit zum Vorbild: „Schon Nelson Mandela sagte damals, dass Sport die Kraft hat, die Welt zu verändern.“

Für den AFC Köln spielen unter anderem junge Männer aus Angola, Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, der Republik Kongo, dem Tschad, Tunesien, Algerien, Eritrea, Mali und Guinea. „Wir sind ein internationales afrikanisches Team.“ Gleichzeitig wird aber niemand ausgeschlossen, auch wenn er nicht vom afrikanischen Kontinent stammt. „Jeder, der unsere Idee gut findet und Interesse zeigt, ist bei uns willkommen“, betont Cedric und verweist auf die türkisch- und italienisch stämmigen Spieler in der Mannschaft.

Auch prominente Namen finden am neugegründeten Verein gefallen. Den nigerianischen Fußballprofi Anthony Ujah, früher beim FC Köln und Werder Bremen unter Vertrag, verbindet mit Cedric seit langem eine enge Freundschaft. „Als ich ihm von meiner Idee erzählt habe, ermutigte er mich sofort, sie in die Realität umzusetzen“, erzählt Cedric über Ujah, der das Team trotz Engagements beim chinesischen Erstligisten FC Liaoning bereits besucht hat. Sein Kollege Cedric Mimbala vom Drittligisten Fortuna Köln war beim ersten Pflichtspiel Ende August ebenso vor Ort.

Der alte Klub, an dem Cedric sich bei der Gründung des AFC Köln orientierte. Foto: AFC Köln
Der alte Klub, an dem Cedric sich bei der Gründung des AFC Köln orientierte. Foto: AFC Köln

Dennoch hat der AFC Köln es nicht leicht. Den DFB-Regeln entsprechend muss ein neu gegründeter Verein in der untersten deutschen Spielklasse, der Kreisliga D, starten. Trainiert und gespielt wird auf einem staubigen Ascheplatz. „Langfristige Ziele? Nach Möglichkeit immer weiter aufzusteigen. Aber das ist natürlich auch immer eine finanzielle Frage. Da sind wir momentan nicht wirklich gut aufgestellt. Als junger Verein haben wir noch keine solide finanzielle Basis. Wenn wir irgendwann die Mittel haben, die Jugend zu fördern, sagen wir natürlich nicht nein. Wir backen momentan kleine Brötchen, besser aus den gegeben Möglichkeiten das Optimum herauszuholen, als sich wie andere Verein höhere Ziele zu setzen, um nicht einmal das Minimum zu erreichen.“, sagt Cedric und will aus den Fehlern der ersten Generation lernen. Gleichwohl hätte der Saisonstart nicht besser verlaufen können. In den ersten fünf Spielen feierte der AFC Köln fünf Siege und thront auf dem ersten Tabellenplatz.

Kontakt zum Verein: www.teamlr.de/AFCKoeln

Arsenij Zakharov

Ähnliche Beiträge