Lamine Diack will weiter machen.
Die letzte Aussage des IAAF Präsidenten, dass er sich wahrscheinlich für eine neue vierjährige Regentschaft zur Kandidatur stellen werde, hat die Welt der Leichtathletik in die Zeit von Hamlet zurückversetzt. Es fehlen tatsächlich keine Ähnlichkeiten zwischen dem Leichtathletik-Weltverband und einem Königreich. Bestätigt wird diese Aussage dadurch, dass der 76-jährige Senegalese Lamine Diack seit einem Jahrzehnt dort herrscht und auch die Tatsache, dass er die Stelle nach dem Tod des ehemaligen Chefs der IAAF als Erbschaft genommen hatte, spricht dafür.
„Wenn es mir gut geht, werde ich weitermachen“, versprach Diack bei einer Konferenz in Berlin. Die Untertanen jubeln, die Thronfolger schlucken die bittere Pille. Drei Nachkömmlinge in der IAAF Vizepräsidentschaft streben nach der Krone: der ehemalige Olympiasieger 1980-84 Sebastian Coe, der Weltrekordler und Olympiasieger 1988 Sergej Bubka und die Olympiasiegerin 1984 Nawal El Moutawakel. Die jüngste Entscheidung von Herrn Diack kann den Thronstreit jedoch weitere sechs Jahre aufschieben.
„Diack ist ein guter Präsident.”, fasst sich Bubka kurz. Und fügt hinzu: “Wir arbeiten alle für den Erfolg unseres Sports.“ Mit seiner Arbeit ist wohl auch Diack selbst zufrieden. „Ich wurde immer wieder gebeten weiterzumachen“, gesteht er. Seine Regentschaft hat bis dato keine Einwände gegen ihn aufgebracht. Vor allem bezüglich der finanziellen Geschäfte arbeitet Diack vorbildlich. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Regierung ist die Bewältigung des Dopingproblems in Afrika. Er hat sich mehrmals positiv entschlossen gezeigt, den Kampf gegen Blutdoping erfolgreich zu beenden. Ob es für ihn mit 80 noch möglich wäre, sich auf der Linie zu halten, bleibt eine andere Geschichte. Aktuell hat er sich als genügend erfahren gezeigt, um als Präsident weiter amtieren zu können.
Warum wollen manche Leute ihre Rente nicht genießen? Mit 76 Jahren sollte klar sein, dass Würde Bürde birgt. Mögliche Antwort A: Der Vater von 15 Kindern ist einfach stolz auf seine geleistete Arbeit und will damit fortfahren. Mögliche Antwort B: IAAF feiert 2012 sein 100. Jubiläum. Ein schönes Event und in der Tat eine Zweifachfeier, wenn man den 80. Geburtstag des Präsidenten betrachtet. Ein Streben nach Unsterblichkeit? Wäre möglich. Und auch menschlich. Auf jeden Fall sollte man der Courage der Entscheidung Respekt gegen über bringen.
Zudem scheint auch bei anderen weltweiten Sportorganisationen das Alter keine Rolle zu spielen, so zum Beispiel bei der FIFA. Dort regiert der 72-jährige Joseph Blatter. Eine weitere königliche Geschichte vielleicht?
Laila Abani





