Seit der Verpflichtung des französischen Trainers Paul le Guen am 14. Juli vergangenen Jahres sind die unbezwingbaren Löwen des zentralafrikanischen Landes Kamerun unbezwungen geblieben. Um sich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, musste die Elf um den Starstürmer Samuel Eto‘o alle seine letzten vier Spiele gewinnen. Der Zweitplatzierte des vergangenen Afrika Cups ist heiß auf den Titel. So verkündigte Inter-Star und Neu-Kapitän Samuel Eto´o, er gehe nach Angola, um den Titel zu gewinnen.

Dafür kann der erfahrene Spieler auf eine gute Mischung aus jungen Newcomern wie beispielsweise Jean Makoun oder Alexandre Song und einem erfahrenen Rückgrat wie dem ehemaligen Kapitän Dagobert Song, Bruder von ALexandre Song, zählen. Im Team sind auch drei Deutschland-Legionäre: Neben Mohamadou Idrissou (SC Freiburg) und Georges Mandjeck (1. FC Kaiserslautern) wurde auch der 18-jährige Verteidiger Joel Matip (Schalke 04) einberufen. Matip lebt gerade ein Märchen: Kaum hatte er sein Debüt im vergangenen November gegen Bayern München mit einem Tor gefeiert und die fünf folgenden Spiele mit einer ausgezeichneten Leistung absolviert, wurde er von beiden Ländern, Deutschland und Kamerun, umworben. Der - genau genommen - Teenager hat als Deutschkameruner mit einer deutschen Mutter und einem kamerunischen Vater noch die doppelte Staatsbürgerschaft.

Dass Kamerun über sehr gute Spieler verfügt, ist unumstritten. Jedoch kam es auch zu organisatorischen Problemen beim kamerunischen Fußballverband, der Tage vor dem Turnier noch kein Trainingslager festgelegt hatte, um nur ein Beispiel zu nennen.

Wohl aus diesem Grund hat Paul le Guen vertraglich seine gewisse Allmacht festschreiben lassen. Der Franzose hat die Spieler zum 5. Januar nach Kenia eingeladen. Fraglich ist, ob eine Mannschaft, die selten zusammenkommt, in einer Woche fit wird für den Afrika Cup. Kamerun ist allerdings immer für eine Überraschung gut: Bereits zur Weltmeisterschaft 1990 in Italien ließ Präsident Paul Biya in letzter Sekunde die spätere Fußball-Legende Roger Milla verpflichten. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Kamerun kickte sich ins Viertelfinale, und Roger Mila, immerhin damals schon 38 Jahre, schoss vier wichtige Tore für sein Land und feierte jedes mit einem Makossa-Tanz um die Eckfahne.

Mal sehen, ob die jungen Löwen gute Gründe für Makossa-Tänze haben werden.

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