Insgesamt vier Spieler der deutschen Bundesliga stehen in der Startelf der tunesischen Nationalmannschaft. Karim Haggui und Sofian Chahed sind bei Hannover 96 erfolgreich, Radhouène Felhi beim TSV 1860 München und Sami Allagui beim SpVgg Greuther Fürth. Was für die Spieler eine große Ehre ist und für die Qualität der Vereine spricht, ist für die Clubtrainer ein Graus. In einem Interview äußerte sich der 1860-Trainer Ewald Lienen dazu, auf Felhi im Januar verzichten zu müssen. Er kritisiert damit nicht nur die afrikanische Konföderation CAF, sondern auch die FIFA: „Wir als Klub sind ein wirtschaftliches Unternehmen. Als solches sind wir auf gesunde und fitte Spieler angewiesen. Wer garantiert uns denn, dass unsere Spieler wieder gesund zurückkommen? [...] Alle fünf Minuten inszenieren die ein neues Turnier. Das hat ein absolut ungesundes Ausmaß angenommen“ (Lienen in einem Interview mit der Bild). Die meisten Kollegen der Bundesligalegionäre sind jedoch in Frankreich und Tunesien selbst tätig.
Der Verband der „Adler von Karthago“ gründete sich 1957. Das erste anerkannte Länderspiel fand am 8. März 1959 gegen Malta statt und endete 0:0. 1960 wurde Tunesien Mitglied der FIFA. Die höchste Niederlage in ihrer Geschichte gab es für das Team 1960, als man in Ungarn 10:1 verlor. Im März 2003 konnte der höchste Sieg gegen Malawi mit 7:0 erzielt werden. Derzeitig befindet sich die Nationalmannschaft nach der missglückten WM-Qualifikation auf Platz 53 der FIFA-Weltrangliste. Der tunesische Verband reagierte zudem auf die nicht geschaffte Teilnahme an der Weltmeisterschaft und entließ Nationalcoach Umberto Coelho. Sein Nachfolger im Amt ist der Tunesier Faouzi Benzarti. Dieser soll das Team nun zu alten Glanzleistungen zurück führen.
Im Land selbst gibt es diverse populäre Sportarten, neben Handball und der tunesischen Rallye „El Chott“ ist das natürlich auch der Fußball. Vor allem die heimische Liga, mit den Spitzenvereinen Etoile Sportive du Sahel und FC Stade Tunisien, ist ein Publikumsmagnet. Dementsprechend hatten die Menschen im Land natürlich auf eine erfolgreiche Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Südafrika gehofft. Groß war die Enttäuschung, als das letzte und entscheidende Gruppenspiel gegen Mosambik mit 1:0 verloren ging und somit die Nigerianer das WM-Ticket in der Gruppe lösten. Nun wird auf einen erfolgreichen African Cup of Nations gehofft.





