Nächstes Jahr, 2010, finden zwei Großereignisse im Fußball statt. Im Januar gibt es den Afrika-Cup und im Sommer 2010 die Weltmeisterschaft in Südafrika. So wie sich alle auf die WM in Südafrika freuen, so ist der Afrika-Cup bei den meisten Trainern der europäischen Ligen eher unbeliebt. Nicht nur, weil er zur Beginn der Rückrunde stattfindet, sondern weil die Mannschaften in der Zeit auf ihre afrikanischen Stars verzichten müssen.

Man muss Spieler verstehen

Natürlich habe ich Verständnis für die Vereine, die ihre Spieler nicht abgeben wollen, zumal dieser Zeitpunkt mehr als ungünstig ist. Aber man muss auch die Spieler verstehen, die an so einem Wettbewerb unbedingt teilnehmen wollen. Man stelle sich einmal vor, Deutschland qualifiziert sich für die Europameisterschaft, und die Bundesliga-Spieler dürfen nicht dabei sein. Das ist unmöglich. So tragen Spieler und Vereine einen Streit und eine Diskussion aus, die ihnen andere eingebrockt haben – und damit meine ich den Weltfußball-Verband FIFA.

Der Afrika-Cup hat auf dem schwarzen Kontinent eine sehr große Bedeutung. Er ist eines der wenigen großen und gut organisierten Turniere, wo sich die Spieler, die in Europa spielen, auf Landesebene gegenüberstehen. Akteure, die mittlerweile in europäischen Top-Ligen am Ball sind und eine gewisse Qualität haben, steigern den Wert des Afrika-Cups. Der Fußball ist in Afrika fast in jedem Land die Sportart Nummer 1. Die Spieler werden verehrt, ja nahezu vergöttert und die Bevölkerung ist fanatisch, wenn es um Fußball geht. Fußball ist in Afrika eine Staatsangelegenheit. Vor allen wichtigen Turnieren werden die Spieler vom Staatsoberhaupt empfangen und auf den Wettbewerb eingeschworen. Ich habe es persönlich erlebt, was für einen Stellenwert der Fußball in diesen Ländern besitzt und kann daher nachempfinden, was in den einzelnen Spielern vorgeht.

Fußball in Afrika:

Politische Bedeutung

Fußball ist keine Kleinigkeit in Afrika. Die Sportart hat sogar eine politische Bedeutung. Deshalb ist es nicht selten ein Skandal, wenn ein Spieler eine Einladung zur Nationalmannschaft und zu solch einem Turnier – aus welchen Gründen auch immer – ablehnt. Es wird als Verweigerung angesehen. In den Augen des Volkes kann nichts eine Absage rechtfertigen. Das ist der Grund, weshalb man auch die Spieler verstehen muss. Viele dieser Akteure sind zum großen Teil in Afrika groß geworden. Spieler wie Drogba und Eto’o oder die Wolfsburger Ziani und Martins haben ihre Wurzeln auf dem Kontinent. Sie wissen um die Bedeutung und den Stolz, für ihr Land zu spielen. Das sollte man ihnen lassen.

Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass die afrikanischen Spieler, die im Ausland tätig sind, ihre Erfahrungen sammeln. Das Spielen in europäischen Ligen dient auch dazu, den Fußball in Afrika stark zu machen. Die taktische Schulung in Europa dient dem afrikanischen Fußball, ihn gerade in Europa konkurrenzfähig zu machen. Die fußballerische Ausbildung, die die Spieler hier mitnehmen, gepaart mit der Dynamik und Athletik, die sie mitbringen, ist das, was afrikanische Fußballer mittlerweile auszeichnet. Es ist kein Zufall, dass Teams wie die Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun und Nigeria mittlerweile die Besten in Afrika sind. Ihre Spieler sieht man Woche für Woche in Europa, meist in der Champions League, im Einsatz. Selbst die kleineren Nationen leben davon, dass sie Profis im Ausland haben. Diese Spieler haben sehr viel aus ihren Heimatländern mitbekommen und versuchen ihren Beitrag zu leisten, dies zurückzugeben.

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2 Kommentare

  1. Moses
    Echt Klasse Pablo!! die Folge in der Printausgabe kann ich nur empfehlen. Weiter so!!
  2. Tonton
    cool!!! Pablo betreue eine Kolumne in African challenge! Weiter so!!

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