Die kamerunische Nationalmannschaft hat bei der Weltmeisterschaft versagt, das dürfte unumstritten klar sein. Daran ist auch Trainer Paul LeGuen nicht ganz unschuldig, der es offensichtlich nicht schaffte, aus den vielen guten Einzelspielern ein echtes Team zu formen und der sich dabei wohl auch noch von externen Stellen in die Aufstellung reden ließ. Was läge also nach der verkorksten WM näher, als den Trainer zu wechseln?

Genau das hat der Verband nun offenbar vor. Heißester Kandidat ist… tatatata… Lothar Matthäus. Ja genau der Lothar Matthäus, der als Trainer bereits in Wien, Salzburg, Netanja (Israel) und Paranaense (Brasilien) kläglich scheiterte und nur in Belgrad und als Trainer der ungarischen Nationalmannschaft wenigstens ein paar kleine Erfolge vorzuweisen hat. Möglicherweise könnte Lothar Matthäus noch mal ein guter Trainer werden, wenn er, wie es sich gehört, bei einem Großen lernt und kleine Brötchen backt. Doch das ist nicht sein Ziel. Matthäus´ Riesenerfolge als Spieler sind für den gelernten Raumausstatter der Maßstab für sein Handeln. Daß er damit scheitern muß, ist zwangsläufig und bereits mehr als einmal nachweisbar.

Kamerun täte gut daran, sich einen echten Fußballlehrer zu holen und keine PR-Figur mit Spielermeriten. Nur ein strategisch und psychologisch geschulter Didaktiker kann den Auswahlspielern ein System und vor allem Mannschaftsgeist einimpfen. Wie es geht zeigte Ghanas serbischer Coach Milovan Rajevac. Er bekam vom ghanaischen Verband die Zeit und die Autorität, die ein Trainer für ein erfolgreiches Team braucht. Ergebnis: Finale des Afrika-Cups und denkbar knapp am WM-Halbfinale vorbeigeschlittert.

Also, liebe Kameruner, holt euch einen echten Trainer, lasst ihm Zeit und freie Hand, dann könntet ihr 2014 in der WM-KO-Runde stehen. Und lasst doch bitte den Loddar in Ruhe, der Mann hat genug mit der Damenwelt zu tun.

(TB)

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