Nachdem die Qualifikationsspiele zur WM-Teilnahme beendet sind, stehen folglich auch die Teilnehmer des Afrika Cups fest. Ein Anlass für die Redaktion der African Challenge etwas genauer hinter die Kulissen der Organisation und Vorbereitung des Turniers schauen. Ebenfalls werfen wir einen Blick auf die Historie der Meisterschaft und hinterfragen mögliche Gewinner und Verlierer.
Zur Geschichte des African Cup of Nations
Der African Cup of Nations ist ein erstmals 1957 ausgetragenes Fußballturnier für afrikanische Nationalmannschaften, in dem die afrikanische Kontinentmeisterschaft vergeben wird. Das Turnier wurde über einen Zeitraum von elf Jahren in unregelmäßigen Abständen veranstaltet, seit 1968 wird es nun im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgetragen. Die Teilnehmerzahl stieg von zunächst drei teilnehmenden Mannschaften auf 16 (seit dem Jahr 1996), die dann in vier Vorrundengruppen die acht Viertelfinalisten der Meisterschaft ermitteln.
Das erste Spiel des Afrika Cups fand am 10.Februar 1957 in Khartoum/ Sudan statt. Das Finale fand zwischen Ägypten und Äthiopen statt, welches die ägyptische Nationalmannschaft für sich entscheiden konnte. Die Idee ein solches Tournament in dieser Form zu veranstalten geht auf das Jahr 1956 zurück, als sich in Portugal Abdel Aziz Abdallah Salem und Mohamed Latif aus Ägypten, Abdel Halim Shaddaad, Badawy Mohamed und Abdelhalim Mohamed aus dem Sudan und Fred Will aus Südafrika in einem Hotel trafen. Hier diskutierten sie die Vorstellung einer Gemeinschaft arikanischer Fußballvereine und einer Meisterschaft, in der alle Länder des Kontinents um den Titel streiten. Der erste African Cup of Nations hatte dann vier Teilnehmer: Ägypten, Sudan, Äthiopien und Südafrika, welches jedoch aufgrund der Rassendiskriminierung durch das Apartheidsregime disqualifiziert wurde. Für dieses Turnier gab es natürlich noch keine Qualifikationsspiele und Vorrunden und fand gleich in den Finals statt. Bereits im zweiten ausgerichteten Turnier konnte die ägyptische Nationalmannschaft den Titel verteidigen, zudem war das Land 1959 gleichzeitig Ausrichter des Cups. Bereits 1962, als der Cup in Äthiopien stattfand, konnten weitere Teilnehmer gewonnen werden. So gingen erstmalig auch Tunesien und Uganda in der Meisterschaft an den Start. 1970 konnte der Sudan als Veranstalter glänzen und auch erstmalig (und letztmalig) das Turnier für sich entscheiden. Zudem handelte es sich bei diesem Turnier, um das erste, das im Fernsehen übertragen wurde. 1976 wurde dann zum ersten Mal das K.O-System aufgrund der gestiegenen Teilnehmerzahl eingeführt. Im Jahr 1980 wurde ein neu entworfener Pokal vergeben. Dieser stellte den afrikanischen Kontinent mit den fünf olympischen Ringen dar. Der Pokal wurde bis zum Jahr 2000 vergeben, dann wurde erneut eine neue Variante entworfen. 1992 nahmen dann bereits zwölf Mannschaften am Cup teil, welcher im Senegal ausgespielt wurde. Als die Meisterschaft 1996 in Südafrika stattfand konnten zum ersten Mal 16 Teams partizipieren. Doch aufgrund politischer Unruhen, wurde Nigeria die Teilnahme untersagt, so dass letztendlich nur 15 Teams in Südafrika um den Pokal spielten. Bereits 1998 konnten die Ägypter zum vierten Mal die Meisterschaft für sich gewinnen und sich als Rekordhalter etablieren. Auch konnte der damalige Trainer Ägyptens, Mahmoud El Gohary, eine interessante Statistik vorweisen. Er war der erste Teilnehmer, der gleichzeitig die Meisterschaft als Spieler (1959) und als Trainer (1998) gewann. Das erste „geteilte“ Turnier wurde 2000 ausgerichtet. Als Veranstalter dienten Ghana und Nigeria. Der neu designte Cup, nun mit mehr Gold verziert, wurde dann erstmalig im Jahr 2002 vergeben. Der Gewinner lautete: Kamerun. Letztmalig wurde die Afrikameisterschaft 2008 in Ghana ausgetragen. Der Rekordhalter aus Ägypten konnte damals im Finale seine Position gegen die Newcomer aus Kamerun verteidigen und somit zum sechsten Mal in der Geschichte des Cups den Titel für sich gewinnen.
Die Vorbereitung und Organisation
Wie bereits in unserer September-Oktober-Ausgabe berichtet, gibt sich der Veranstalter der nächsten Afrikameisterschaft, Angola, größte Mühe die Welt und die teilnehmenden Mannschaften des afrikanischen Kontinents mit seinem Organisationstalent zu beeindrucken. Alle infrastrukturellen Planungen wurden eingehalten.
Gegenwärtig werden die ersten Trainingslager und –zeiten veröffentlicht. So bereitet sich der Gastgeber Angola in einem portugiesischen Camp auf das Turnier im Januar vor, während der Konkurrent Nigeria im Land des Gastgebers der WM, Südafrika, seine Fähigkeiten steigern möchte. Der in der WM-Quali überzeugende Teilnehmer aus Algerien bereitet sich hingegen, ebenfalls wie Angola, auf dem europäischen Kontinent vor. Die Algerier haben sich für ein Trainingslager in Südfrankreich Ende Dezember entschieden.
Angola selbst hingegen nutzt die Chance auf einen Wiederaufbau nach einem langen zermürbenden Bürgerkrieg. Die Infrastruktur des Landes wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Doch seitens der afrikanischen Fußballkonföderation (CAF) wurde dem Land eine Möglichkeit gegeben, sein Ansehen und auch das Leben der Bevölkerung mittels des Turniers wieder zu normalisieren. Fußball vereinigt eben doch die Menschen
Gewinner und Verlierer?
Bereits in der Qualifikationsrunde für den Cup gab es eine Riesenüberraschung: das zentralafrikanische Land Malawi hat sich für die Endrunde des Turniers qualifizieren können. Auch Algerien hat mit seinem Triumph über Ägypten in der Qualifikationsphase viele Experten überraschen können. Doch wird es für diese Länder wirklich zu einem Titelgewinn kommen können? In Anbetracht der Gruppenauslosung können einige Überraschungen möglich sein. In der Gruppe A trifft der Gastgeber auf die „Fußballzwerge“ aus Mali und Malawi. Als Favorit dieser Gruppe könnte wohl nach den hervorragenden Leistungen der letzten Monate Algerien sein. Dennoch sieht vor allem in dieser Gruppenphase alles sehr offen aus und Prognosen gestalten sich schwierig. In der Gruppe B befinden sich die Meister des afrikanischen Fußballs. Vor allem die Elfenbeinküste und ihre europäischen Spitzenspieler wie Drogba und Boka dürften es den anderen Gruppengegnern sehr schwierig machen. Dennoch sind natürlich auch die Mannschaften aus Burkina Faso und Ghana nicht zu unterschätzen. Insbesondere der burkinische Stürmer Bancé, in der Bundesliga für Mainz spielend, dürften mit seiner Leistung der vergangenen Wochen für einige Überraschungen sorgen. In der Gruppe C wird es wohl zu einem Showdown zwischen den „Fußballriesen“ Ägypten und Nigeria kommen. Die Ägypter sind als Titelverteidiger gesetzt und es dürfte kaum überraschen, sollte ihnen der Titelgewinn zum dritten Mal in Folge gelingen. Doch dagegen wird die nigerianische Mannschaft etwas einzuwenden haben. Nachdem die Qualifikationsphase nicht ganz nach Plan lief, werden die Jungstars rund um die Bundesligastars Obasi und Martins für den African Cup of Nations wohl mehr zu bieten haben. Die Kameruner dürften wohl ohne große Überraschung die Gruppe D nominieren. Lediglich Tunesien könnte den „unzähmbaren Löwen“ dabei gefährlich nahe rücken. Die Adler Karthagos verpassten nur knapp die Teilnahme an der Weltmeisterschaft und sind dennoch aussichtsreicher Kandidat eventuell die Gruppenphase hin zum Viertelfinale zu überstehen. Wer letztendlich den Pokal für sich gewinnen kann, bleibt angesichts der guten und vor allem konstanten Leistung vieler teilnehmenden Nationalteams spannend wie noch nie.





