AFRIKAMERA Kinofestival: Fokus Sahel

AFRIKAMERA Kinofestival: Fokus Sahel

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Zum zehnten Mal entführt uns AFRIKAMERA in die Welt des afrikanischen Kinos. Vom 13. bis 19. November im Berliner Kino Arsenal.

Filmausschnitt WÙLU © AFRIKAMERA 2017

Der Sahel ist binnen weniger Jahre zu einer Region geworden, die durch eine gefährliche Verschränkung von fundamentalistischer Religion, Terrorismus und Politik geprägt wird. Die zehnte Ausgabe von AFRIKAMERA – AKTUELLES KINO AUS AFRIKA (Programm) im Kino Arsenal präsentiert vor diesem soziopolitischen Hintergrund vom 13. bis 19. November 2017 eine Auswahl aktueller Spiel- und Dokumentarfilme, die sich mit den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Sahel auseinandersetzt.

© AFRIKAMERA 2017
© AFRIKAMERA 2017

Das Festival eröffnet mit WÙLU, dem Langfilmdebüt des franko-malischen Regisseurs Daouda Coulibaly (Mali/ Frankreich 2016). Der 20-jährige Ladji ist Minibusfahrer in der malischen Hauptstadt Bamako und arbeitet hart, um seine Schwester Aminata aus der Prostitution zu holen. Als ihm eine Beförderung verwehrt wird, beschließt er, in das lukrativere Drogengeschäft einzusteigen und steigt rasch zu einer Größe im regionalen Drogenhandel auf. Doch der Preis, den Ladji dafür zu zahlen hat, ist hoch…

Mit CEDDO (Senegal 1977) schuf Ousmane Sembène einen Klassiker des afrikanischen Kinos der 1970er-Jahre. Der Spielfilm reflektiert die Christianisierung und Islamisierung Westafrikas im 17. Jahrhundert und ihre Spätfolgen – ein eindrückliches Werk über die Aneignung von Macht, die Entfremdung durch Missionierung und über afrikanischen Spiritualismus.

Von März 2012 bis Januar 2013 lebte die Bevölkerung im Norden Malis unter dem Joch verschiedener islamistischer Rebellengruppen. Mamadou Cissés eindrucksvolle Dokumentation DEVOIR DE MÉMOIRE (Mali 2014) schildert, wie sich die Zivilbevölkerung Malis gegen die Islamisten zur Wehr setzt.

An diese Thematik schließt SUR LA PISTE DES MANUSCRITS DE TOMBOUCTOU (Mali/ Frankreich 2014) von Jean Crépu an. Der Dokumentarfilm setzt den Einwohner*innen von Timbuktu ein Denkmal, die unter Einsatz ihres Lebens die Jahrhunderte alten Manuskripte der Stadt vor der Vernichtung durch islamistische Terrormilizen bewahrten. Im Vorprogramm läuft TYNE SO, der preisgekrönte Kurzfilmspielfilm von Daouda Coulibaly über einen Griot in Mali (Mali/ Frankreich 2010).

Der Festivalfreitag startet mit einem Doppelfeature der nigrischen Regisseurin Aicha Macky. Ihr feministischer Dokumentarfilm L’ABRE SANS FRUIT (Niger/ Frankreich 2016) setzt sich mit ungewollter Kinderlosigkeit im Niger und deren Folgen für die betroffenen Frauen auseinander. Zuvor präsentiert Macky ihren Kurzfilm SAVOIR FAIRE LE LIT (Senegal/ Niger 2013).

Das Programm LIBYA IN MOTION (Libyen 2015) beinhaltet eine Auswahl von Kurzfilmen der Post-Gaddafi-Ära. In den Jahren 2012–2015 in Tripolis und Bengasi entstanden, geben die Filme intime Einblicke in den Alltag des bürgerkriegsgeschüttelten Landes. Mit Naziha Arebi und Muhannad Lamin sind zwei der am Projekt beteiligten Regisseure zur Filmvorführung zu Gast.

Seit Anbeginn arbeitet AFRIKAMERA mit internationalen Festivals des afrikanischen Kontinents zusammen. Im Zuge seines 10-jährigen Jubiläums präsentiert AFRIKAMERA als Sonderprogramm eine BEST-OF-Auswahl der diesjährigen Ausgabe des FESPACO in Ouagadougou sowie des JCC Festivals Karthargo.

Alle Filme werden im Kino Arsenal gezeigt. Der Kartenpreis beträgt 7,50 Euro (Ermäßigungen möglich).