Zum 6. Mal: Panafrikanismus Kongress in München

Zum 6. Mal: Panafrikanismus Kongress in München

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Panafrikanismusforum München rückt afrikanischen Kontinent und seine Diaspora in den Blickpunkt

Am 9. und 10. September 2017 findet im Münchner Gasteig der diesjährige Panafrikanismus Kongress statt. Anlässlich der von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft werden globale Themen besprochen und eine Agenda formuliert. Zudem feiert der Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V. sein zehnjähriges Bestehen.

Internationale Gäste sprechen zu folgenden Themen: Die Situation von Menschen afrikanischer Herkunft, Wachsende rassistische Tendenzen in Europa, die neue Ära des Rassismus im globalen Kontext und Rassismus auf dem afrikanischen Kontinent.

„Mit dem Kongress möchten wir ein breites Publikum erreichen und für globale Themen sensibilisieren, die uns als schwarze Menschen besonders gegenwärtig bewegen; vor allem die Frage, wie wir einem zunehmenden Rassismus gemeinsam effektiv begegnen können. Welche Hürden gilt es, als Gesellschaft zu überwinden, um ein gerechtes soziales Klima für alle zu schaffen“, so Modupe Laja, Sprecherin und Mitorganisatorin des Kongresses. „Die Situation hat sich für schwarze Menschen in den letzten Jahren sehr angespannt. Gerade die Abwehr gegenüber Geflüchteten afrikanischer Herkunft hat auch dazu geführt, dass Schwarze als kollektive Gruppe generell verstärkter Diskriminierung im Alltag ausgesetzt sind.“

Erst Anfang dieses Jahres prangerte eine UN-Expertengruppe die Situation von schwarzen Menschen in Deutschland an. Sie würden vielfach diskriminiert. Mit der Verkündigung der Internationalen Dekade erkennen die Vereinten Nationen die Diskriminierung von Menschen afrikanischer Herkunft als globales Problem an.

Am Samstag, den 9. September 2017, ist Biram Dah Abeid, Träger des UN-Menschenrechtspreises von 2013, zu Gast in München. 2015 kam der Mauretanier wegen seiner internationalen Arbeit gegen moderne Sklaverei in Haft, bereits 2012 war in seinem Heimatland ein Todesurteil gegen ihn ausgesprochen worden. Proteste aus der Weltöffentlichkeit, so auch in München, verhalfen ihm zur Freiheit.

Die deutsch-US-amerikanische Soziologin Vanessa E. Thompson thematisiert das globale Problem von institutionellem Rassismus durch polizeiliche Gewalt. Esther Stanford-Xosei, Juristin, stellt die Frage nach Reparationsforderungen aufgrund millionenfachen Mordes durch den jahrhundertelangen transatlantischen Sklavenhandel und seine verheerenden ökonomischen Folgen für Afrika und seine Diaspora. Am 10. September 2017 widmet sich Hakim Adi, Historiker und einer der wenigen schwarzen Professoren aus Großbritannien, der Problematik eurozentrischer Geschichtsschreibung und den Anstrengungen im akademischen Bereich, afrikanischer Geschichte zu mehr Sichtbarkeit und Rehabilitierung zu verhelfen.

Veranstaltungsort ist die Gasteig Black Box (Rosenheimer Straße 5, 81667 München). Der Eintritt ist frei und alle Vorträge werden übersetzt.

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