TEDGlobal2017: Visionäre für Afrika

TEDGlobal2017: Visionäre für Afrika

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Builders. Truth-Tellers. Catalysts. Mit diesem Motto startet Ende August die TEDGlobal2017 Konferenz in Tansania. Von Mikrobiolog_innen bis hin zu Trans* ARTivist_innen: zahlreiche Gäste stellen hier ihre zukunftsweisenden Ideen aus den unterschiedlichsten Feldern vor.

Technology, Entertainment, Design: Diese Begriffe stecken hinter den TED Talks Konferenzen, die sich mittlerweile weltweit großer Anerkennung erfreuen und über Videos auf der TED-Talks-Webseite oder Youtube verbreitet werden. Menschen aus der ganzen Welt halten auf den TED-Konferenzen, die seit 1984 organisiert werden, ein- bis vierzigminütige Vorträge, um ihre Projekte in den verschiedensten Themenbereichen zu präsentieren. Besonders seit 2000 sind die Konferenzen in aller Munde, als Vortragende wie Bill Clinton oder Bill Gates für Aufsehen sorgten.

Seit 2005 gibt es das Format TEDGlobal, welches dieses Jahr vom 27. bis zum 30. August stattfindet. Veranstaltungsort ist Arusha, Tansania. Dort fand die Konferenz schon einmal vor genau zehn Jahren statt. Unter den diesjährigen 21 Vortragenden befinden sich zehn Afrikaner_innen. Grundvoraussetzung zur Teilnahme: Träumen und zur Tat schreiten. Hier eine kleine Vorschau zum viertägigen Event:

Das diesjährige Motto lautet „Builders. Truth-Tellers. Catalysts.“ (sinngemäß Personen, die Dinge schaffen, in Gang bringen und Wahrheiten aufdecken). Von einer Perkussionistin, die sich für die Stellung der afrikanischen Frau in der Musik einsetzt, über Undercoverjournalismus bis hin zur Förderung der Tech-Szene in Somalia wird ein breites Spektrum an Themen abgedeckt. So befasst sich die ägyptische Mikrobiologin Mennat El Ghalid mit der Ursache und Behandlung von Pilzinfektionen und gründete die NGO ConScience mit, die wissenschaftliche Bildung fördert. Auch der Journalist Yasin Kakande aus Uganda, der bei verdeckter Recherche im Nahen Osten Menschenrechtsverletzungen von Migrant_innen aufdeckte, ist mit dabei. Katlego Kai Kolanyane-Kesupile ist wohl die erste transsexuelle Person die sich in Botswana öffentlich zu ihrer Sexualität bekannte und als ARTivistin für die LGBT-Szene einsetzt. Sie ist die Gründerin des Queer Shorts Showcase Festivals, das erste Theaterfestival, das auf die LGBT-Szene sensibilisiert. Eine weitere Teilnehmerin ist die Liberianerin Saran Kaba Jones, die mit ihrer Organisation FACE Africa (Fund A Child’s Education) insbesondere Wasserinfrastrukturen in ländlichen Gebieten des Sub-Sahara Afrikas verbessert hat. Mit acht Jahren war sie aus Liberia in die USA geflohen. Seit ihrer Rückkehr nach Liberia 2008 hat sie mit ihrem Projekt schon über 100.000 Liberianer_innen geholfen.

Diese und noch viele weitere Designer_innen, Erfinder_innen oder Musiker_innen werden in der kommenden Woche ihre Projekte und Erfahrungen teilen; sowohl mit Konferenzgästen wie Ruandas Präsidenten Paul Kagame oder Mauritius‘ Präsidentin Ameenah Gurib-Fakim, als auch mit der restlichen Welt im World Wide Web.

Paula Rolshoven