Theater: Premiere von „Call me Queen“

Theater: Premiere von „Call me Queen“

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Theaterpremiere afrodeutschen Großstadtlebens

Foto: Roberta Sant'Anna

Liliane und Lebohang sitzen an der Ecke, hartes Pflaster in Berlin. Sie könnten afrodeutscher Adel sein. Jetzt muss aber erstmal Geld gemacht werden: Gitarre raus, Verstärker an und alle Rassisten_innen, Macker und Auto-hupen übertönen, bis nur noch Bares übrig ist, Geld und Ruhm auf der Straße liegen, und eine neue Welt entsteht, in der alles anders ist. Leider setzt der Plan voraus, dass frau gute Laune hat und endlos Energie, um es mit dieser Welt aufzunehmen. Und heute ist das ausnahmsweise nicht der Fall, oder doch?

„Call me Queen“ ist von Thandi Sebe – in einer videoclipähnlichen Geschwindigkeit lässt sie die Dialoge runterrasseln und die ganz alltägliche Härte dieses Großstadtlebens in eine starke Schwarze-Frauen-Berlin-Geschichte münden…

Wer Jung, giftig und Schwarz von Amina Eisner und Thandi Sebe gesehen hat, wird ein paar Momente dieses Lebens wiedererkennen: eine Zweier-Beziehung smarter Frauen, die Abgründe der Gesellschaft und eine intelligent-ironische Wortgefechtstechnik in Perfektion. Aber da das Leben nicht nur aus Clubbing und Katerfrühstück besteht, legt Thandi Sebe mit „Call me Queen“ nach: Karriere, Trauer, Löcher im Bauch, Roots oder Heute, Familie und Liebe, und die Möglichkeit der Revolution – eine Schwarze Perspektive auf Berlin. Zu sehen im Ballhaus Naunynstraße vom 25. bis 27. Mai und am 29. Mai 2017 um 20 Uhr und am 28. Mai 2017 um 19 Uhr.

„Call me Queen“
Regie und Text: Thandi Sebe
Ausstattung: Marian Nketiah
Dramaturgie: Iury Trojaborg
Mit: Victoire Laly, Thandi Sebe

Eine Produktion von Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße gemeinnützige GmbH, gefördert durch die Interkulturelle Projektförderung des Landes Berlin.

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