ZANU-PF regiert weiter

ZANU-PF regiert weiter

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Bei den ersten sogenannten freien Wahlen wurde der amtierende Staatspräsident Emmerson Mnangagwa wiedergewählt. Mit dem Ergebnis ist nicht jede_r zufrieden.

Das Wahlergebnis hat auf sich warten und schon viele unruhig werden lassen, doch nun ist es offiziell: Die Partei ZANU-PF des amtierenden Staatspräsidenten Emmerson Mnangagwa hat die Wahl in Simbabwe für sich entschieden und wird weiter die Regierung stellen. Mit 50,8 Prozent setze sich Mnangagwa gegen den Oppositionskandidaten Nelson Chamisa von der der MDC Alliance durch, der 44,3 Prozent auf sich vereinte.

Simbabwe erlebte die die ersten Präsidentschaftswahlen nach der Ära Robert Mugabe. Mugabe hatte das Präsidentenamt für 30 Jahre inne und trat im November 2017 auf Druck des Militärs zurück. Seitdem leitete Mnangagwa die Übergangsregierung. Der 71-Jährige gilt in vielen Landesteilen als Reformist nach einer langen Periode der Misswirtschaft. In seiner Amtszeit ließ er wieder mehr gegnerische Meinungen zu, gewährte weitestgehend die Pressefreiheit und warb um mehr Investitionen aus dem Ausland.

Viele Simbabwer_innen begegnen dem Wahlsieger auch kritisch. Mnangagwa ist ein ehemaliger, enger Vertrauter von Mugabe und war zwischen 2013 und 2017 bereits Vizepräsident des Landes. Für diese Zeit wird er von einigen für die Ermordung zahlreicher Menschen verantwortlich gemacht.

Jetzt, nach den Wahlen, wird die ZANU-PF beschuldigt den Tod von sieben Menschen zu verantworten, nachdem das Militär gewalttätig gegen Demonstranten der Oppositionspartei vorgegangen war. Die MDC Alliance erkannte das Wahlergebnis nicht an. Parteivorsitz Nelson Chamisa hält sich für den Gewinner der Wahl. Er klagt Wahlbetrug durch die Regierungspartei an.

Im Vergleich zur Situation vor der Abstimmung, als sich beide Kandidaten auf einen friedlichen Ablauf der Wahl einigten, ist es unruhiger im Land geworden. Doch friedlich ist es seit den Ausschreitungen nicht mehr. Mnangagwa ging auf seinen Konkurrent zu und versprach, dass er Chamisa und die MDC Alliance in seine Politik stark einbeziehen wolle.

In der Bevölkerung steigt die Hoffnung auf eine friedliche Kollaboration beider Parteien. Ziel der Wahl war schlussendlich eine demokratische Regierung zu wählen, die politische Stabilität und wirtschaftlichen Aufschwung ermöglicht.

Caroline Lercher Tauber

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