Die Symbiose zweier Kulturen

Die Symbiose zweier Kulturen

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Ein aufschlussreiches Gemeinschaftsprojekt von deutschen und malawischen Künstlern findet seinen Weg nach Berlin.

Foto: Myth of Malawi

Am 12. Mai 2016 lud die Deutsch-Malawische Gesellschaft und die Deutsche Afrika Stiftung zur Eröffnung der Vernissage „Myths of Malawi“ ins Presse- und Besucherzentrum in Berlin ein. Vier deutsche und acht malawische Künstler arbeiteten 2015 in Malawi an dem Gemeinschaftsprojekt, welches vom 13.-30. Mai 2016 in Berlin ausgestellt sein wird.

Christiane Bertels-Heering, Vorsitzende der Deutsch-Malawischen Gesellschaft, begrüßte die Gäste: „Malawi ist vielleicht nicht das, was Sie mit Kunst verbinden. Wir haben die große Chance genutzt, als Dr. Heide nach Malawi ging, um Ellis Singano zu treffen“. Dr. Kristina Heide ist Initiatorin und Beteiligte des Kunstprojektes und traf 2015 in Malawi den Künstler Ellis Tayamika Singano.

Botschafter der Republik Malawi, S.E. Michael Barth Kamphambe-Nkhoma, war ebenfalls vor Ort, um zur Eröffnung zu sprechen. „Es ist eine große Ehre für mich, diesen visuellen Austausch der beiden Länder begrüßen zu dürfen. Die malawische Regierung heißt Ihre Unterstützung des Projektes „Myths of Malawi“ herzlich willkommen.“, verkündete S.E. Kamphambe-Nkhoma.

Kris Heide und Ellis Singano (v.l.), Foto: Myth of Malawi
Kris Heide und Ellis Singano (v.l.), Foto: Myth of Malawi

Ziel des Symposiums ist es, über Fabeln aus der präkolonialen Zeit Malawis zu sprechen und an die Identität Malawis anzuknüpfen. Das Leitmotiv des Projektes beruht auf der Tradition des mündlichen Geschichtenerzählens Malawis. „Es sind tief verwurzelte kulturelle Aspekte in den Gemälden festgehalten. Daneben wollen wir auch aus der heutigen und modernen Sicht auf die Fabeln schauen und uns vergegenwärtigen, welche Fabeln sich möglicherweise änderten, welche in Bewegung sind und was eventuell vergessen wurde.“, erklärte Dr. Heide.

Ellis Singano war als Mitkurator auf der Ausstellung in Berlin präsent und stellte seine eigenen Kunstwerke, die einen Teil des Projektes ausmachen, in einer Kuratorenführung vor. Dr. Heide ergänzte die Führung durch Vorstellungen der Gemälde der deutschen Künstler. Dabei wurden die Vorteile, die das Gemeinschaftsprojekt mit sich brachte, deutlich. „Wir teilten unser Wissen. So lernten die deutschen Künstler von uns und umgekehrt.“, erklärte Singano. Ferner wies Singano auf Engpässe hin: „Die malawischen Künstler sind sehr gut. Sie haben nur nicht die Gelegenheit, beispielsweise eine Kunstschule wie in Deutschland zu besuchen. Ich selbst lernte von meinem Vater. Zudem ist das Material in Malawi sehr teuer.“

Vor Berlin war die Wanderausstellung im April 2016 in Hamburg zu sehen, nach Berlin folgen weitere vier Ausstellungen in Deutschland. Mehr Informationen zu den Ausstellungen finde Sie auf der Homepage der Deutsch-Malawischen Gesellschaft.

Bivien Papke