Gejagt und getötet – jetzt betäubt und gerettet?

Gejagt und getötet – jetzt betäubt und gerettet?

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Jahrelang wurden Nashörner gewildert und die Hörner für tausende US-Dollar illegal verkauft. Nun wurde der Handel mit Rhinozeros-Hörnern innerhalb Südafrikas legalisiert, um den Schwarzmarkt zu untergraben und dadurch die Tiere zu schützen. Ein Schritt in die richtige Richtung?

Foto: csharker, pixabay, CCO Public Domain

Die Zahl der Nashörner, die jedes Jahr in Südafrika gejagt und getötet werden, steigt kontinuierlich. 2015 wurden über 1.200 Tiere von Wilderern zur Strecke gebracht – mehr als je zuvor. Noch 2007 waren lediglich 13 Fälle registriert worden. Zwar sind die Strafen für illegalen Handel gestiegen, dennoch bleibt die südafrikanische Justiz ohnmächtig angesichts der Ausmaße. Der Verkauf von Nashörnern ist ein besonders lukratives Geschäft, welches primär in Asien floriert. Dort wird Nashornpulver eine heilende medizinische Wirkung nachgesagt. Die rasant steigende Nachfrage aus China und Vietnam hat einen starken Schwarzmarkt aufkommen lassen. Der Hornpreis pro Kilogramm entspricht mittlerweile in etwa dem Goldpreis. Kriminelle Banden bedienen den Markt. In den letzten Jahren plädierten Expert_innen vermehrt für eine Legalisierung des Handels, in der Hoffnung, der Wilderei ein Ende setzen zu können. Helikopter und Bodentruppen bewachen den Kruger-Nationalpark zum Schutz der Tiere. Aber das Gebiet sei zu groß und eine intensivere Überwachung zu kostspielig. Auch eine Aufklärungskampagne in Asien blieb bisher eher erfolglos.

Durch die Einnahmen beim legalen Handel könne der Schutz der Tiere längerfristig gewährleistet werden. Würden die in Südafrika vorhandene Vorräte an Horn verkauft, könne das eingenomme Geld in Tierschutzorganisationen investiert werden. Allerdings decke der Bestand mitnichten die Nachfrage. In Südafrika leben derzeit etwa 20.000 Nashörner, etwa 80 Prozent der Gesamtpopulation weltweit. „Wir nähern uns sehr schnell dem Wendepunkt, ab dem das Überleben der Nashörner nicht mehr möglich sein wird“, fürchtet Jason Bell von der Tierschutzorganisation IFAW. Legal gewonnen, werden die Tiere nicht getötet. Die Tiere werden betäubt und das Horn bis zu einem bestimmten Punkt abgesägt. Für die Nashörner ist dies schmerzlos, da das Horn aus Keratin besteht.

 

Léa Glasmeyer

Foto: csharker, pixabay, CCO Public Domain