Mali und Burkina Faso reagieren auf neue US-Einreisebeschränkungen

Mali und Burkina Faso reagieren auf neue US-Einreisebeschränkungen

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US-Pass (Symbolbild) © StockSnap, Pixabay

Im Jahr 2025 hat US-Präsident Trump Einreisebeschränkungen für zwölf Länder verhängt und diese als Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor Terrorismus deklariert. Laut US-Regierung seien die Überprüfungsverfahren in den betroffenen Ländern ungenügend und führten deshalb zu potenzieller Gefahr bei der Einreise in die USA.

Anfang diesen Jahres wurden diese Beschränkungen auf weitere Länder und Regionen ausgeweitet und betreffen nun unter anderem Mali, Niger und Burkina Faso. Insgesamt sind aktuell 39 Länder von vollständigen oder teilweisen Einreisebeschränkungen in die USA betroffen. Auffällig dabei ist, dass 26 der betroffenen Länder in Afrika liegen.

Kritiker wie John Slocum, Geschäftsführer des Refugee Council USA, sehen in dieser Politik nicht nur eine nationale Sicherheitsmaßnahme der US-Regierung, sondern ein diskriminierendes und politisch motiviertes Vorgehen, das Teil einer einwanderungsfeindlichen Politik ist.

Mali und Burkina Faso reagieren auf die US-Maßnahmen mit „Tit-for-Tat“-Visabeschränkungen, also spiegelgleiche Gegenmaßnahmen für US-Besucher. Die Außenminister beider westafrikanischen Staaten haben verdeutlicht, dass diese Maßnahme als klare Gegenreaktion auf neue US-Einreisebeschränkungen gelte und dem Prinzip der „Reziprozität“ gerecht werde.

Mali und Burkina Faso sind jedoch nicht die ersten betroffenen Staaten, die zu einer solchen Gegenmaßnahme greifen. Tschad und Niger haben bereits im Juni bzw. im Dezember 2025 angekündigt, die Visa-Vergabe an US-Bürger auszusetzen.

Diese Reaktionen können im Zusammenhang mit einer grundsätzlichen politischen Neuausrichtung der Sahel-Staaten gesehen werden. Anfang des Jahres 2025 traten Mali, Burkina Faso und Niger offiziell aus der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) aus, da sie diese als Instrument westlichen Einflusses, vor allem durch Frankreich, betrachten. Sie bildeten die Allianz der Sahel-Staaten (AES), kritisierten ECOWAS und positionierten sich damit gegen westliche politische Vorgaben. Vor diesem Hintergrund sind die Visa-Beschränkungen gegenüber US-Bürgern nicht nur als Gegenreaktion zu verstehen, sondern können als politisches Signal für die Souveränität der Sahel-Allianz gedeutet werden.

Lee-Ann Steiger

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