Plünderungen in mehreren Townships in Südafrika

Plünderungen in mehreren Townships in Südafrika

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Nach dem Tod eines südafrikanischen Jungen wurden viele von Ausländer_innen geführte Geschäfte geplündert.

Foto: C-Cash Store von FreddieA, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

In Soweto, Südafrikas größtem Township, spielen sich dieser Tage beunruhigende Szenen ab. Nachdem Anfang dieser Woche ein Spaza-Besitzer aus Somalia einen 14-jährigen Jungen erschossen hatte, kam es zu Plünderungen vieler Spazas. Diese kleinen, illegale Läden bieten Waren für den täglichen Bedarf an. Das beschauliche Sortiment besteht aus Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Zigaretten und Alkohol. Größtenteils werden die Geschäfte von Wirtschaftsflüchtlingen geführt. Mittlerweile wurden bereits über 80 Läden geplündert, woraufhin viele Ausländer_innen mitsamt ihrem Besitz die Flucht ergriffen haben. Sie wurden auf der Straße beleidigt und sogar bedroht. Unwillkürlich kommen Erinnerungen an die fremdenfeindlichen Übergriffe aus dem Jahr 2008 hoch, bei denen über 64 Menschen getötet wurden. Die Polizei gibt sich gelassen. „Diese Leute sind nicht gewaltbereit. Alles was sie tun, ist plündern, und das ist nicht gut für unser Land“, kommentierte der Polizeichef der betroffenen Provinz Gauteng die aktuellen Geschehnisse.

Ganz so friedlich wie behauptet ist die Situation jedoch nicht. Im Laufe der Woche wurde ein Ladenbesitzer aus Malawi bei Plünderungen getötet. Er hatte in seinem Spaza geschlafen und wurde von einer Gruppe junger Männer überrascht, die sein Geschäft ausräumen wollten. Das Vertrauen in die Sicherheitskräfte ist fast gänzlich verschwunden, nachdem ein Überwachungsvideo aufgetaucht ist, auf dem sich ein Polizist an den Plünderungen beteiligt. Wie sich die Lage weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Jörg Schulze

Foto: C-Cash Store von FreddieA, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0