Shell lädt Nigeria zum Ökomarathon ein!?

Shell lädt Nigeria zum Ökomarathon ein!?

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Die neueste Innovation der University Ahmadu Bello in Zaria ist dieses Jahr beim weltweiten Ökomarathon von Shell mit am Start.

Eindruck vom Wettbewerb 2013 in Rotterdam, Foto: VINCI 2.0 von Tim Strater/ flickr, CC BY-SA 2.0

Am Wochenende präsentierte die nördlich von Abuja gelegenen Ahmadu Bello University (ABU) ihr Modell eines eigens konzipierten Ökoautos. Das Auto bestehe zu 100 Prozent aus regional entwickelten Teilen und sei absolut umweltfreundlich, so der Leiter der Abteilung für Maschinenbau der ABU, Dr. Mohammed Dauda.
Das Auto sei konzipiert, um lange Strecken mit wenig Treibstoff zu bewältigen und bestehe zum Großteil aus recycelten Teilen und Rohstoffen. Die Idee zur Entwicklung eines solchen Fahrzeugs, das in Kooperation zwischen Universität und Staat gebaut wurde, stammt ironischerweise vom Ölriesen Shell, dessen Umweltpolitik sicherlich nichtsdestotrotz zu hinterfragen ist.

Shell lud die Universität zum diesjährigen Ökomarathon nach Holland ein. Bei einem Rennen durch die Stadt haben Innovatoren ökologischer Automobile aus aller Welt kommenden Mai die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Der Wettbewerb hat zum Ziel, die Ideenentwicklung von nachhaltiger Mobilität für die Zukunft voranzutreiben und möglichen Sponsoren einen Anreiz zur Weiterentwicklung und Vermarktung der teilnehmenden Projekte zu bieten.

Um einige kritische Resonanz kommt der Mineralölkonzern jedoch kaum herum. Es ist naheliegend, dass Shell den Wettbewerb nur als Marketinginstrument einsetzt, um sein Image aufzubessern. Zumal der Wettbewerb keinerlei Interesse an alltagstauglichen Fahrzeugen zeigt. Zudem lässt die Teilnahme eines nigerianischen Modells am Ökomarathon wohl kaum vergessen, welche Umweltkatastrophe Shell in dem Land zu verantworten hat. Der Prozess um die Ölpest in der Ogoniregion endete Anfang diesen Jahres in einer außergerichtlichen Einigung – bei der Shell sich sehr günstig aus der Affäre zog (LoNam Online berichtete).

Julien Vindal

Foto: VINCI 2.0 von Tim Strater/ flickr, CC BY-SA 2.0