Sonnenlicht statt Holzkohle: Tschads neue Energieversorgung
In Tschad in der Sahelzone haben aktuell nur rund fünf Prozent der Einwohner*innen Zugang zu Strom. Die Stromversorgung ist darüber hinaus teuer und unzuverlässig, denn die Elektrizität wird vor allem aus Holzkohle und Biomasse hergestellt. Tschad ist zugleich ein sehr sonnenreiches Land und es liegt nahe, den fehlenden Strom aus Sonnenenergie zu gewinnen. Auch Expert*innen gehen davon aus, dass durch Sonnenlicht wesentlich mehr Menschen in Tschad mit Strom versorgt werden können und er deutlich billiger zu erhalten wäre.
Derzeit laufen in Tschad zwei Sonnenenergie-Projekte: Bei Djermaya, etwa 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt N‘Djamena, entsteht gerade eine große Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 60 Megawatt. Daneben verkauft die tschadische Regierung in Zusammenarbeit mit der Weltbank zu günstigen Konditionen kleine Solaranlagen an fast 150.000 Haushalte im Land. Diese Anlagen dienen zur Beleuchtung der Häuser und dem Aufladen von Mobilfunkgeräten. Ziel der Regierung von Tschad ist es, bis 2030 rund eine Million Haushalte mit insgesamt etwa sechs Millionen Menschen an das nationale Stromnetz anzuschließen.
Die Regierung von Tschad und die internationale Gemeinschaft haben gute Gründe, in die Stromversorgung des Staates zu investieren: Soll seine Wirtschaft modernisiert, dass heißt industrialisiert werden, muss Tschad zuverlässig Strom beziehen können. Davon würden auch der Gesundheits- und Bildungssektor profitieren: Mit durchgängigem Strom können Krankenhäuser ihre Behandlungen rund um die Uhr durchführen und Schulen können Unterricht auch am Abend anbieten. Durch das Wachstum der Wirtschaft und die Verbesserung der öffentlichen Dienste sollen für die Bevölkerung von Tschad neue Arbeitsplätze entstehen.
Ousman Basirou



