Afrika Cup: ivorischer Jubel im Herzschlagfinale

Afrika Cup: ivorischer Jubel im Herzschlagfinale

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Die Côte d'Ivoire geht als Siegerin aus dem Elfmeter-Krimi gegen Ghana hervor und gewinnt mit 9:8 zum zweiten Mal den Afrika Cup. Der Held des Dramas war Torhüter Boubacar Barry.

Man könnte meinen, es wäre der 26. Januar 1992 und wir befänden uns im Senegal: Ghana und die Côte d’Ivoire stehen sich im Finale der kontinentalen Meisterschaft gegenüber. Beide Teams spielen auf Augenhöhe. 120 Minuten lang kommt es zu keinem einzigen Tor. Am Ende entscheiden starke Nerven und ein Händchen Glück im Elfmeterschießen – und die Côte d’Ivoire gewinnt.

Nur schreiben wir nicht das Jahr 1992, sondern 2015. Sind nicht im Senegal, sondern im äquatorialguinesichen Bata. Man glaubt es kaum: Nach 23 Jahren wiederholt sich das historische Afrika Cup-Finale.

Die erste Halbzeit ging zäh voran. Das taktikgeprägte Spiel verlief ohne hervorstechende Aktionen. Neben der Gelben Karte nach einem Foul Diés an seinem ghanaischen Gegenspieler Mubarak Wasako (13.) waren lediglich zwei Torversuche der Ghanaer Christian Atsu (26.) und André Ayew (36.) zu vermerken. Die zweite Halbzeit verlief ähnlich schleppend. Beiden Teams fiel es schwer, den entscheidenden Spielzug zu machen.

Nachdem auch die Verlängerung der regulären Spielzeit glich und keines der beiden Teams in Torjubel verfallen konnte, kam es zum Elfmeterschießen. Oder eher zum Elfmeterkrimi von Bata, denn nachdem die ersten 120 Minuten eher spannungslos verliefen, war man nun umso gefesselter von den Aktionen auf dem Spielfeld. Der für Hertha BSC spielende Salomon Kalou und der Stuttgarter Neuzugang Serey Dié trafen für die Côte d’Ivoire. Bei den Ghanaern verwandelte unter anderem Rahman Baba, der den Augsburger Bundesliga-Fans bekannt sein dürfte.

22 Schüsse waren notwendig, um die Spieler von der Anspannung zu befreien. Der ivorische Ersatzkeeper Boubacar Barry verhalf seinem Team schließlich auf spektakuläre Weise zum Sieg: Erst hält er den Elfmeter seines ghanaischen Torhüterkollegen Razak, dann verwandelt er seinen Schuss zum spielentscheindenden Tor.

Für viele Kritiker_innen war der Afrika Cup 2015 ein „Turnier mit Hindernissen“: Nachdem Marokko, aufgrund der Ebola-Epidemie, seine Rolle als Ausrichter des Cups zurückzog, diente Äquatorialguinea als Ersatz-Austragungsstätte. Während des Wettkampfes standen immer wieder Schiedsrichter wegen ihrer Entscheidungen in der Kritik und auch die Rangelei im Halbfinale Ghana-Äquatorialguinea warf einen Schatten auf das Turnier.

Umso positiver sind wohl die Erinnerungen an ein packendes Endspiel voller Spannung und Einsatzfreude, welches die Fanherzen noch lange höher schlagen lassen wird und einen gebührenden Abschluss des Afrika Cups darstellt.

Maxie Kiwitter

Die Matchhighlights:

Côte d’Ivoire 9:8 Ghana

https://www.youtube.com/watch?v=Jr1KUzRWRAw