Afrikamera 2015 entführt uns an die Großen Seen

Afrikamera 2015 entführt uns an die Großen Seen

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Vom 10. bis zum 15. November findet im Kino Arsenal Berlin das Filmfestival Afrikamera: The Great Lakes statt. Ein Einblick in die junge afrikanische Kinokultur.

Foto: Afrikamera Festival

Das 2015er Filmfestival Afrikamera vom 10. bis zum 15. November will dieses Jahr erneut Filme junger Afrikanischer Filmemacher_innen aus der zentralafrikanischen Region rund um den Lake Kivu präsentieren. Eine Region, in der gewaltätige Konflikte zur Tagesordnung gehören, in der Menschenrechte oft in den Hintergrund geraten, in der junge Menschen trotz allem die Hoffnung nicht aufgegeben haben. Und genau jene Hoffnung wird in den Filmen des diesjährigen Festivals thematisiert. Aus verschiedensten Perspektiven betrachtet, werden ganz unterschiedliche Inhalte dargestellt. Vom alltäglichen Leben und seinen Erfahrungen in „MERAGERE – City Dropout“ bis hin zu tatsächlichen Kriegssituationen in „100 DAYS“. Den Protagonisten gehen völlig andere Lebensumstände voraus, mit denen sie zu kämpfen und umzugehen haben. Es geht um gesellschaftliche Konstrukte und deren Herausforderungen. Es geht um Politik. Es geht um Menschen.

Die junge, noch oft unbekannte Filmszene Afrikas, die bemüht ist, all diese Aspekte zu erfassen. Verbindungen aus Geschichte und komplexer Aktualität. Um sich Gehör zu verschaffen, schrecken manche Regisseur_innen nicht vor brutalen und schockierenden Szenen zurück. Film wird zu einem Medium des Verstehen und Gedenken.

Doch beim Verlassen des Saals erwartet die Zuschauer_innen Lichtblicke. Zur natürlichen Verzweiflung angesichts der gezeigten Konfliktsituationen mischen sich Gefühle des Vertrauens und des Optimismus. Denn es geht um Menschen. Menschen, die trotz Herausforderungen nicht aufgeben. Die hier gezeigten Filmproduktionen zeugen von einer großen Aufarbeitung vor Ort und von einem immensen Bewusstsein.

Ein Blick in das Filmprogramm lässt für manche vielleicht die Frage aufkommen, ob es mitunter auch Filme gibt, die leichter sind. Und mal nicht von Problemen handeln. Ja, Lachen ist auch ein Bestandteil des hier gezeigten afrikanischen Kinos, wie das Kurzfilmprogramm „LAUGH IS POSSIBLE IN AFRICAN CINEMA“ bestätigt.

Das differenzierte Angebot spiegelt das komplexe Bild eines noch komplexeren Afrikas wider. Afrikamera präsentiert Filme, die Mut machen. Und zum Nachdenken anregen.

Léa Glasmeyer