AFRIKAMERA 2019

AFRIKAMERA 2019

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Im Berliner Kino Arsenal am Potsdamer Platz zeigt das Filmfestival AFRIKAMERA vom 7. bis 11. November eine vielseitige Auswahl aktueller afrikanischer Filme. Im thematischen Fokus stehen in diesem Jahr Filme aus den lusophonen Ländern des Kontinents, doch auch Werke aus anderen Regionen fehlen nicht. Zahlreiche Filmschaffende und Darsteller*innen reisen für das Festival an und sind für einen Austausch mit dem Publikum und untereinander mit dabei.

Der senegalesiche Film BAAMUN NAFI feiert als Abschlussfilm des Festivals seine Deutschlandpremiere. © Afrikamera

Während vor allem das postkoloniale Befreiungskino Angolas und Mosambiks der 1970er-Jahre als „Militant Cinema“ überregional Furore machte und sich heute im Zuge einer verstärkten kritischen Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit neuer Aufmerksamkeit erfreut, setzen sich neue und neueste Produktionen des lusophonen Afrika neben der eigenen Geschichte auch mit anderen gesellschaftlichen Themen auseinander, wie beispielsweise Gender, Religion oder Urbanität. AFRIKAMERA 2019 –Africa Lusofonia präsentiert in seiner zwölften Ausgabe eine Auswahl aktueller Spiel- und Dokumentarfilme aus Angola, Guinea-Bissau und Mosambik neben Produktionen aus anderen Regionen Afrikas.

Im Eröffnungsfilm KETEKE stolpern die hochschwangere Atswei und ihr Mann Bio in eine regelrechte Odyssee. ©Afrikamera
Im Eröffnungsfilm KETEKE stolpern die hochschwangere Atswei und ihr Mann Bio in eine regelrechte Odyssee. ©Afrikamera

Das Festival eröffnet mit der Komödie KETEKE von Peter Kofi Sedufia (Ghana 2017) am 7. November im Berliner Arsenal Kino. Situiert in Ghana in den 1980er Jahren erzählt der Film von der unfreiwilligen Odyssee der hochschwangeren Atswei und ihres Mannes Bio. Das Paar will mit dem Zug zur Entbindung in die Heimatstadt Akete reisen, strandet dann aber durch eine Verkettung unglücklicher Umstände im Hinterland. Es beginnt ein wahnwitziger Trip gegen die Zeit. Der Regisseur ist zur Berlin-Premiere anwesend, und auch LoNam präsentiert sich als Medienpartner*in bei der Eröffnungsveranstaltung. Kommt gerne vorbei!

Am Festivalfreitag gibt es ein filmisches Sonderprogramm zu den Folgen des Goldabbaus in West-und Südafrika. In der erschütternden Dokumentation DYING FOR GOLD (Südafrika 2018), die als Europa-Premiere im Rahmen des Festivals präsentiert wird, setzen sich Catherine Meyburgh und Richard Pakleppa mit der 120-jährigen Geschichte des Goldabbaus und den bis heute wirksamen Folgen der damit einhergehenden rassistisch-kapitalistischen Ausbeutungspraktiken in Südafrika auseinander. Der burkinische Regisseur Michel K. Zongo dokumentiert in PAS D ́OR POUR KALSAKA (Burkina Faso/Deutschland, 2019) die Folgen der Goldausbeutung aus Sicht der Bewohner*innen des Dorfes Kalsaka und verknüpft dabei afrikanische Erzähltraditionen mit Western-Elementen.

Das Kurzfilmprogramm LUSOPHONE SHORTS (Angola/Guinea-Bissau/Mosambik/PORTUGAL 2010-19) präsentiert eine Auswahl aktueller Kurzfilme aus dem lusophonen Afrika. Das Festival schließt am 11. November mit einer Deutschlandpremiere des senegalesischen Regisseurs Mamadou Dia, BAAMUN NAFI –NAFI’S FATHER (Senegal 2019). Sein beim Filmfestival von Locarno gefeierter Erstlingsfilm erzählt von der Auseinandersetzung zweier Brüder über die bevorstehende Hochzeit ihrer Kinder. Der Hauptdarsteller Alassane Sy ist zur Premiere anwesend.

AFRIKAMERA findet seit 2008 mit jährlich wechselnden thematischen Schwerpunkten in Berlin statt und versteht sich als neue Plattform für aktuelles afrikanisches Kino in der Hauptstadt. Um das afrikanische Kino in seiner ganzen Vielfalt abbilden zu können, kooperiert AFRIKAMERA mit den großen afrikanischen Filmfestivals von Marrakesch bis Durban. Da auch wir hier nur einen Ausschnitt des gesamten Programms vorstellen können, findet Ihr das komplette Programm mit einem Klick hier, und zur Webseite von Afrikamera kommt ihr durch einen Klick auf den Flyer rechts. Viel Spaß bei den Filmen, und vielleicht sehen wir uns dort!