Dekolonialisierung als Herzensangelegenheit

Dekolonialisierung als Herzensangelegenheit

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Am 30. August veranstaltete der Afrika Medien Zentrum e.V. eine Lesung mit der Autorin Clementine Ewokolo Burnley in der Berliner Janusz Korczak-Bibliothek. Die gebürtige Kamerunerin verarbeitet mit ihren Texten koloniale Ereignisse in Afrika und geht dabei vor allem auf Machtstrukturen ein.

Foto: Afrika Medien Zentrum e.V.

Clementine Ewokolo Burnley ist in Kamerun und Großbritannien aufgewachsen und lebt aktuell in Berlin. Sie ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Aktivistin und setzt sich mit Machtstrukturen auf verschiedenen Ebenen auseinander. In ihren Texten behandelt sie Themen wie Verlust, Überleben und Interkulturalität und versucht aktiv auf koloniale Machtstrukturen aufmerksam zu machen.

Zu Beginn der Lesung am 30. August 2018 präsentierte Burnley Fotos von ihrer Familie und ihrem Heimatland Kamerun. Die Lesung wurde vom Afrika Medien Zentrum e.V. in der Berliner Janusz Korczak-Bibliothek organisiert. Die Fotos zeigten auch Bücher, die ihr Vater nach seinem Tod in einer Box hinterließ. Diese Bücher handeln vor allem vom Kolonialismus. Burnley erzählte, dass sie sich erst spät mit den Büchern ihres Vaters beschäftigte, diese jedoch einen großen Einfluss auf ihren Schreibstil haben. Während der Lesung erwähnte sie, dass sie sich sehr für die Geschichte ihres Heimatlandes Kamerun interessiert und viele Bücher über Menschen liest, welche ähnliche Erfahrungen wie sie gemacht haben.

Clementine Ewokolo Burnley trug bei der Lesung englische Gedichte sowie einen Text aus der „Neuen Rundschau“ (2/2018) vor. Das erste Gedicht, welches von Burnley vorgetragen wurde, hieß „Baobab“. Die Bäume haben für viele Menschen eine spirituelle Bedeutung. Für die Ausgabe der „Neuen Rundschau“ schrieb sie die Kurzgeschichte „Ein Tag für den Besitzer“. Diese beschreibt die Erfahrungen ihres Großvaters in einer deutschen Kolonie. Am Ende der Veranstaltung blieb noch Raum für Fragen. Eine Frage erkundigte sich nach dem Konflikt zwischen der anglophonen und der frankophonen Bevölkerung in Kamerun. Sie machte deutlich, dass ein so sprachvielfältiges Land wie Kamerun keine Probleme bezüglich der Sprache haben sollte.

Die Geschichten von Clementine Ewokolo Burnley vermitteln gleichzeitig poetische Elemente sowie wichtige Themen wie etwa Diskriminierung. Durch die angenehme Atmosphäre war die Lesung in der Bibliothek ein voller Erfolg. Im Zuge der Lesung konnte auch die Wanderausstellung „Flucht nach vorn – Migrant_innen als Vorbilder“ bei freiem Eintritt besichtigt werden.

Caroline Lercher Tauber und Julia Hochrainer

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