Die Parallelen zwischen Kongo-Konferenz und neuen Freihandelsabkommen

Die Parallelen zwischen Kongo-Konferenz und neuen Freihandelsabkommen

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Am Abend des 18. März 2015 öffnete das Haus der Demokratie und Menschenrechte seine Türen: Geladen waren Dr. Boniface Mabanza und Abdou Rahime Diallo, um einer Frage auf den Grund zu gehen: Was haben die Berliner Kongo Konferenz vor 130 Jahren und heutige Freihandelsabkommen gemeinsam?

Foto: Afrika Medien Zentrum

130 Jahre ist es her, dass die europäischen Imperialmächte über die Zukunft Afrikas entschieden haben. Während der Berliner Kongo-Konferenz 1884/85 wollten sie sich über die Handelszonen im Kongobecken einigen. Am Ende war sie jedoch viel mehr der Beginn der Ära der Kolonialisierung.

Auch heute bestehen wieder Freihandelsabkommen zwischen beiden Kontinenten – Afrika und Europa. Wem diese Abkommen Vorteile bringen und ob Afrika dadurch wieder in Abhängigkeiten gerät, wird an vielen Stellen diskutiert.

Unter diesem Gedanke luden die kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika, das Afrika-Center Berlin, das Netzwerk Afrika Deutschland und das Afrika Medien Zentrum am 18. März 2015 zur Diskussionsrunde im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin ein. Die Referenten Dr. Boniface Mabanza und Abdou Rahime Diallo erklärten den Gästen fundiert und nachvollziehbar ihre Sicht der Dinge. So seien die Interessen Europas auch heute noch kolonialistischer Herkunft. Freihandels- und Wirtschaftspatnerschaftsabkommen drängen afrikanische Staaten erneut in eine negative Abhängigkeit – eben genau wie vor 130 Jahren.

Dennoch: Der Widerstand von Seiten der Afrikaner_innen wachse und Abkommen mit der Europäischen Union werden immer kritischer betrachtet.

Während der anschließenden Fragerunde gingen beide Referenten umfassend auf die Fragen des Publikums ein und zeigten, wie viel ihnen selbst an einer Veröffentlichung der Thematik liegt.

Das Fazit des Abends war eindeutig: Auch heutige Handelsabkommen mit Europa kommen dem afrikanischen Kontinent kaum zu Gute. Zu stark verfolgen die europäischen Staaten ihre eigenen Interessen anstatt auf Augenhöhe mit den afrikanischen Handelspartnern stehen zu wollen.

Maxie Kiwitter