Ein überwältigender Erfolg: Doch kann ein Impfsfoff Afrika langfristig von seinen Epidemien...

Ein überwältigender Erfolg: Doch kann ein Impfsfoff Afrika langfristig von seinen Epidemien befreien?

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Noch vor weniger als zwanzig Jahren fanden über zwanzigtausend Menschen durch eine Meningitis A-Epidemie den Tod. Nun soll eine Impfkampagne der letzten fünf Jahren die Krankheit nahezu beseitigt haben.

Foto: tpsdave, Pixabay, CCO Public Domain

Fünf Jahre nach dem Beginn der Impfkampagne gegen Meningitis A verkündete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die amerikanische Nichtregierungsorganisation Path am Dienstag die beinahe vollkommene Eliminierung der Krankheit. Dieser Erfolg sei dem Impfstoff MenAfriVac zu verdanken.

2010 wurde vor allem in Burkina Faso, Mali und Niger eine massive Impfkampagne gegen Meningitis A – eine Form der Hirnhautentzündung – bei unter Dreißigjährigen gestartet. Sie sollte sich, je nach finanziellen Möglichkeiten, auf das ganze subsaharische Afrika ausdehnen, wo bis zu 450 Millionen Menschen, von der Krankheit bedroht, lebten. Nach der schlimmsten Meningitis-A-Epidemie im Jahr 1996, bei welcher 25.000 Menschen starben, wurde die Weltgesundheitsorganisation von mehreren afrikanischen Regierungen mobilisiert, um die Recherche nach einem besseren und vor allem kostengünstigeren Impfstoff zu intensivieren. 2009 infizierten sich erneut 20.000 Menschen, wieder starben Tausende.

In Partnerschaft mit der WHO gewährleistete die amerikanische NGO Path die Herstellung des neuen Impfstoffes MenAfriVac, unterstützt auch durch eine Finanzierung der Bill & Melinda Gates Foundation. Jener Stoff sollte eine stärkere Immunität der Patienten gegen den Erreger gewährleisten und durch einen erschwinglicheren Preis flächendeckender in Ländern mit niedrigem Einkommensniveau zugänglich sein. Dieser Auftrag wurde einem indischen Pharmaunternehmen übermittelt, sodass der Impfstoff mit einem Preis von 0,46 Euro tatsächlich nur einen Bruchteil der bisherige Impfstoffe kostete.

Nun soll durch jene Schutzimpfung die Kontrolle und eine nahezu komplette Beseitigung von Meningitis A zumindest in der Sahel-Zone erlangt worden sein. Bereits im Jahr 2013 seien lediglich vier Meningitis-A-Fälle aus allen 26 Ländern des sogenannten afrikanischen Meningitis-Gürtels, in welchem die Krankheit die meiste Verbreitung fand, registriert worden. Damals bereits ein Erfolg. Seit 2010 wurden in diesen Ländern annähernd 237 Millionen Personen geimpft. Dazu weitere 40 Millionen Menschen in angrenzenden Gebieten, die aufgrund des Klimawandels mittlerweile ebenfalls betroffen seien. Trockenes Klima begünstige erfahrungsgemäß die Ausbreitung der Bakterien.

„Während der gesamten Prozedur, von der Definition des Impfstoffprofils bis hin zu seiner Entwicklung, wurden die betroffenen Länder eingebunden, ein ausschlaggebender Faktor für das Gelingen der Impfkampagnen“, so Marie-Pierre Preziosi, wissenschaftliche Ärztin der WHO. Somit soll dieses Gelingen einer Impfstoffentwicklung zu verdanken sein, die einem tatsächlichen Bedürfnis nachkommt und nicht nach einem größtmöglichen Profit für die Pharmaindustrie strebt.

Seit Dezember 2014 haben die WHO und Path das Projekt an die afrikanischen Staaten übergeben, damit sie MenAfriVac in die Routineimpfungen von Säuglingen integrieren können. Von dem Fortbestand eines hohen Schutzniveaus der Bevölkerung, der durch jene systematische Vakzination gewährleistet werden soll, hängen weitere zukünftige Maßnahmen ab. Der Auftrag kann somit nicht vollkommen erfüllt werden. Eher handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, zumal ein Anstieg von Meningitis C kürzlich registriert wurde. Für diese Bakterien bedarf es ebenfalls eines neuen Impfstoffes.

Léa Glasmeyer

Foto: tpsdave, Pixabay, CCO Public Domain