„Es ist entscheidend die richtigen Fragen zu stellen“

„Es ist entscheidend die richtigen Fragen zu stellen“

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Richard Dzikunu ist jung und dynamisch. In seiner Profession als Journalist spezialisiert sich der Ghanaer auf die Berichterstattung von Entwicklungsprozesse und die Transparenz der Regierung, deren Rechenschaftspflicht er konsequent einfordert. Als Mitglied der Jugendinteressenvertretung „Curious Minds“ und der „Accountability Advocates", einer Gruppe aus 20 jungen Rechtsexpert_innen aus Afrika und Europa engagiert er sich für Konzepte, wie Regierungsabläufe zukünftig zivil besser überwacht werden können.

Foto: EU, Bearbeitung: AMZ

Wieso ist es Dir wichtig, Dich für nachhaltige Entwicklung zu engagieren?
Ich habe eine journalistische Ausbildung, weil ich etwas beitragen und verändern wollte. Die Arbeit in den Medien half mir, mir Gehör zu verschaffen. Aber ich wollte noch mehr, deshalb fokussierte ich mich darauf, mithilfe von Kommunikation Entwicklung nachhaltig zu fördern. Seither berichte ich über Aspekte über die in den Medien gerne eher geschwiegen wird.

Welche Möglichkeit bietet Entwicklungskommunikation?
Eines der wichtigsten Motive ist, das Allgemeinwohl der Gesellschaft und des Einzelnen zu fördern. In Ghana gibt es eine Menge Debatten, jedoch schiebt man sich dabei oft nur die Verantwortlichkeiten hin und her. Konstruktive Diskurse, die gesellschaftliche Fragen beantwortet und Lösungen definiert, bleiben dabei aus. Hier setzt nachhaltige Kommunikation an. Viele Organisationen versuchen die Gemeinschaft zu mobilisieren, doch es ist entscheidend die richtigen Fragen zu stellen.

Was steckt hinter den „Curious Minds“ für die Du aktiv bist?
Bei „Curious Minds“ machen junge Menschen auf die Bürgerrechte, wie das Recht auf Bildung oder Gesundheit, aufmerksam. Zum Beispiel mithilfe der Radiosendung „Gems of our time“, wo wir viele Dinge hinterfragen und Debatten anstoßen. Das Wort Gem bedeutet, ‚etwas das wächst und gedeiht‘, eben so wie die Jugend meines Landes. Sie sind die Gems unserer Zeit.

Was stört Dich noch besonders?
Unsere Politiker nehmen uns als Gesellschaft nicht ernst. Sie hören nicht was wir zu sagen haben. Außerdem frage ich mich, wo die Summen landen, die vom Westen als Investition in afrikanische Länder bereitgestellt werden. Kommen diese wirklich der Gesellschaft zugute oder verschwinden sie in den Taschen der Politiker? Wir haben noch viele Fragen. Aber man kann sagen, fünfzehn Jahre zuvor, hätte ich nicht hier sitzen können. Jemand wie ich hätte nicht mit Staatsoberhäuptern sitzen und diskutieren können. Das zeigt, wir bewegen uns in die richtige Richtung.

Was glaubst du, wieso wurdest Du als Young Leader ausgewählt?
Ich investiere viel Zeit, die Gesellschaft auf ihre Rechte aufmerksam zu machen. Dafür muss ich mich politisch gut auskennen und aktuelle Debatten genaustes verfolgen. Deswegen stelle ich wohl ein Vorbild für andere junge Menschen dar. Ich bin als Young Leader 2017 hier, weil ich versuche meine Gesellschaft zu verändern und durch vielleicht andere dazu animiere kann, es mir gleich zu tun.

Jana Hansen

 

titel_lonam_august2017Ein Beitrag aus der LoNam-Ausgabe 04/2017 mit dem Schwerpunkt „Die Community und die Bundestagswahl“. Die Einzelausgabe mit vielen anderen Beiträgen ist bestellbar unter: abo(at)lonam(.)de

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