FESPACO: Kinoerlebnis in Burkina Faso

FESPACO: Kinoerlebnis in Burkina Faso

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Das Filmfestival FESPACO lockt Fimemacher_innen- und Liebhaber_innen nach Ouagadougou in die Hauptstadt Burkina Fasos. Ein einwöchiges Kinoerlebnis mit über 100 afrikanischen Filme und dem Konkurrieren um den Yennenga Award.

Foto: Day Three, 2009. Colour study, Curzon Soho von anthony lui/ flickr, CC BY-SA 2.0

Vom 28. Februar bis 7. März 2015 findet das Filmfestival FESPACO („Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou“) in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou statt. Alle zwei Jahre bekommen hier afrikanische Filmemacher_innen und begeisterte Kinogänger_innen aus aller Welt die Möglichkeit, über 100 afrikanische Filme auszuwählen und anzuschauen. Ein besonderes Erlebnis, denn in Westafrika gibt es kaum noch Möglichkeiten, Filme im Kino zu sehen. Viele Kinos wurden im Laufe der letzten Jahre geschlossen, aufgrund teurer Filmrechte oder schlechter Geschäftsführung. Zudem nahm die Rate der Kinogänger durch die Verbreitung von DVDs und Satellitenfernsehen stetig ab.

Umso wichtiger ist daher das 1969 gegründete Filmfestival FESPACO, das fernab von negativen Nachrichten wie Ebola oder Boko Haram zeigt, wie internationale Künstler sich für ein vielseitiges und dynamisches Afrika engagieren. Aus insgesamt 720 Filmeinsendungen wurden 134 Filme für die Kino-Vorführung ausgewählt und 20 davon als heiße Anwärter für den Yennenga Award („Hengst von Yennenga“) gehandelt. Hierzu gehört beispielsweise auch der französisch-mauretanischer Spielfilm „Timbuktu“ von Abderrahmane Sissako, der auch für den Oskar als „bester ausländischer Film“ nominiert wurde. Für das diesjährige Festival wurden ebenso Filme aus der Diaspora in dem Wettbewerb integriert.
„Das sind Filme, die Afrika in seiner Entstehung und Entwicklung zeigt“, so Ardiouma Soma, Leiter der African Film Library in Ouagadougou und verspricht dabei „spannende Entdeckungen“. So werden während des Festivals sieben Kinos in Betrieb genommen, um dem Publikum das Kinoerlebnis wieder näher zu bringen.

Seit der Gründung des Festivals 1969 wurden nur analog gedrehte Filme akzeptiert, was teilnehmende Filmemacher_innen dazu zwangen, ihre Filme im teuren 35mm Format zu konvertieren. Nun werden zum ersten Mal auch digitale Produktionsweisen zugelassen. Denn diese spielen eine immer mehr entscheidende Rolle bei der Filmentwicklungen. Neben dem reinen Kinoerlebnis werden in einen Symposium „Das afrikanische Kino: Produktion und Vertrieb im Digitalen Zeitalter“ folglich auch über die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten digitale Technologien diskutiert.

Mehr Informationen erhalten Sie unter dem Link: http://www.fespaco.bf/en/

 

Hao Nguyen

Foto: Day Three, 2009. Colour study, Curzon Soho von anthony lui/ flickr, CC BY-SA 2.0