Gabun: Bongo bleibt Präsident

Gabun: Bongo bleibt Präsident

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Nach mehreren Tagen der Auswertung in Gabun steht das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen nun fest. Der amtierende Präsident Ali Bongo setzte sich gegen den Oppositionskandidaten Jean Ping durch und tritt damit seine zweite siebenjährige Amtszeit an.

Das Ergebnis war denkbar knapp: Mit lediglich 6.000 Stimmen und damit weniger als zwei Prozent Vorsprung konnte sich Ali Bongo bei den Präsidentschaftswahlen am Samstag, 27. August, in Gabun gegen Oppositionskandidaten Jean Ping, ehemaliger Kommissionschef der Afri­kanischen Union (AU) und früherer Außenminister Gabuns, durchsetzen. Der Amtsinhaber und Vorsitzender der Gabunischen Demokratischen Partei (PDG) erreichte landesweit 49,85 Prozent, Ping wählten nach offiziellen Berichten 48,16 Prozent der Wähler_innen.

Trotz internationaler Wahlbeobachtung kam es während der Wahlen vermehrt zu Unruhen. Bereits vor der Veröffentlichung der Ergebnisse am Mittwoch, 31. August, warf die Opposition der Regierung Wahlbetrug vor. Grund hierfür waren die zusätzlichen Wählerlisten für Soldat_innen, die eine mehrfache Stimmabgabe ermöglichten. Auch der Wahlauszählung standen die Regierungsgegner_innen skeptisch gegenüber. Denn nach Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse führte Ping klar vor Bongo. Die bestätigten Zahlen von acht Provinzen gaben Ping 59,32 Prozent und Bongo 37,37 Prozent. Dies wurde aber durch die verspätete Stimmauswertung der Provinz Haut-Ogooué, Heimatprovinz der Bongo-Familie, drastisch geändert. Laut Auszählung soll die Wahlbeteiligung in der Provinz bei 99,93 Prozent gelegen haben. Darunter stimmten 95,46 Prozent für Bongo. Die Auswertung als unglaubwürdig betrachtend, legte die Opposition ihre eigene Zählung aus Haut-Ogooué vor: Statt 99 Prozent Beiteiligung sprach sie von 47 Prozent. Auch die ausgezählten Stimmen für Bongo lägen nur bei 78 Prozent. Mit diesem Ergebnis wäre Ping landesweit Wahlsieger geworden.

Bongos Sieg sorgte in der Nacht zu Donnerstag für Unruhen in Gabuns Hauptstadt Libreville. Demonstrierende zündeten das Parlamentsgebäude an, Sicherheitskräfte stürmten das Hauptquartier der Opposition. Dabei sind nach Angaben von Regierungsgegner_innen mehrere Menschen verletzt worden. Um den Frieden und die Stabilittät des Landes nach dem knappen Ausgang zu bewahren, fordern Wahlbeobachter_innen der Europäischen Union nun, dass detaillierte Ergebnisse aller Wahllokale bekanntgegeben werden.

Elisabeth Lauer