Kameruner_innen feiern Nationalfeiertag in Berlin

Kameruner_innen feiern Nationalfeiertag in Berlin

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Egal, ob Unabhängigkeit oder Wiedervereinigung - die Kameruner_innen feiern!

Foto: Afrika Medien Zentrum

Ist der 20. Mai der Unabhängigskeitstag Kameruns oder ein Wiedervereinigungstag? Einige würden das so sicherlich nicht unterschreiben. Für andere jedoch ist es ein Tag, an dem das Land nicht mehr geteilt regiert wurde, sondern gemeinsam in eine bessere Zukunft blickte. Bis heute ist der 20. Mai offizieller Nationalfeiertag in Kamerun, der natürlich ordnungsgemäß im ganzen Land mit Paraden und Straßenfesten zelebriert wurde.

Umstrittenes Datum

Nach einer Reformerneuerung im Jahre 1972 kam es zur Wiederveinigung von Ost- und Westkamerun. Der südliche Teil Kameruns, der Frankreich zugesprochen wurde, erlangte zuvor am 1. Januar 1960, nach einer Volksabstimmung, seine Unabhängigkeit und erhielt den Namen Ostkamerun. Am 1. Oktober 1961 entschied sich die im Norden gelegenen Region der südlichen Kameruns, sich an den unabhängigen Staat Ostkamerun anzuschließen und der nördliche Teil an das Nachbarland Nigeria. Am 20. Mai 1972 wurden die einzelnen Staaten schließlich zur Vereinigten Republik Kamerun zusammengeführt.

Wie die kamerunische Diaspora in Berlin feierte

Die kamerunische Botschaft in Berlin veranstaltete am vergangenen Freitag zu diesem Anlass eine Feier und lud Kameruner_innen ein, um gemeinsam diese Tag zu feiern. Freundlich wurde man am Eingang vom Militär begrüßt und anschließend in den Garten hinter der Botschaft geführt. Nachdem die Menge sich versammelt hatte, erhielt Botschafter Jean-Marc Mpay das Wort. In einer kurzen Rede hieß er alle Anwesenden herzlich willkommen und rief Kameruner_innen zur mehr Integration auf. Anschließend wurden die kamerunische und die deutsche Nationalhymnen vorgetragen. Um zu demonstrieren, wie stolz man auf sein Land ist und um die Kultur zu präsentieren, trug die Mehrheit der Anwesenden traditionelle Kleidung. Und wenn Kamerun auf eine seiner diasporischen Persönlicheiten stolz sein kann, ist es der Rekordtitelträger für die Auszeichnung „Afrikas Fußballer des Jahres“ und kamerunische Nationalspieler Samuel Eto´O. Kurz nach der Begrüßung des Botschafters richtete er ein paar Worte an das Publikum. Es gab ein breites Angebot an Essen und Trinken mit typisch kamerunischen Gerichten. Zum Beispiel Bohneneintöpfe, Fleischspieße, Ndole und verschiedene Reisgerichte.

Im Laufe des Abends traten unterschiedliche Musik- und Tanzgruppen in typisch traditionellen Kostümen auf. An den Tönen und Tanzstilen konnte man erkennen, aus welchen Teil Kameruns die einzelnen Gruppen stammten. Von überall war etwas dabei. Musik ist eine universelle Sprache und schafft Brücken nicht nur zwischen Ost- und Westkamerun sondern auch zwischen Kamerun und Deutschland. Die Rhythmen luden jeden zum Mitmachen ein. Sogar der Botschafter konnte nicht umhin und tanzte für kurze Zeit mit. Offiziell ging die Feier bis 20 Uhr. Was danach passierte, blieb einem selbst überlassen. Ein besonderes Highlight des Tages war wohl das Konzert der Gruppe X-Maleya, zu der sich auch Samuel Eto´O am Abend gesellte. Es wurde bis in den Abendstunden ausgiebig gefeiert.

Sika Masseme