Nairobi Half Life: Von Anfang an ein Erfolg

Nairobi Half Life: Von Anfang an ein Erfolg

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Foto: Day Three, 2009. Colour study, Curzon Soho von anthony lui/ flickr, CC BY-SA 2.0

Im Eingangsbereich des Kinos International in der Karl-Marx-Allee herrscht ein dichtes Gedränge, als am Mittwoch, den 10.Oktober, der Film Nairobi Half Life seine Premiere feiert.

Es ist schon der zweite Film, der durch einen Filmworkshop von One Fine Day Films in Kenia entstanden ist. Tom Tykwer gründete 2008 zusammen mit seiner Frau Marie Steinmann den One Fine Day e.V., aus dem die Produktionsfirma One Fine Day Films hervorging. Diese veröffentlichte 2010 den Film Soul Boy, welcher schon damals ein großer Erfolg war.

Kein Wunder also, dass auch Nairobi Half Life bereits großen Erfolg in Afrika genießt.

Um 20 Uhr schaut sich noch immer ein Pulk von Besuchern suchend im Saal um, bis der Moderator auf der Bühne beginnt, die letzten freien Plätze zuzuteilen und sich damit entschuldigt, dass der Saal für den Abend komplett ausgebucht sei. Bevor der Film beginnt, wird ein kurzer Videozusammenschnitt gezeigt, der die verschiedenen Workshops und die Arbeit mit den Kindern in Ostafrika zeigt. Dann endlich geht der silberne Vorhang auf und der Film beginnt. Schon in der ersten Szene lernt der Zuschauer, die symphatische Art und den Humor des Hauptdarstellers Mwas zu lieben. Mwas, alias Joseph Wairimu, spielt einen jungen Erwachsenen, der um Schauspieler zu werden die kenianische Provinz verlässt und nach Nairobi geht. Seine Ankunft steht unter keinem guten Stern: Kaum angekommen wird ihm sämtliches Hab und Gut auf offener Straße gestohlen. Doch selbst als er kurz danach auch noch ins Gefängnis kommt, verliert Mwas sein strahlendes Lächeln nicht und hält weiter an seinem Traum fest. Im Gefängnis lernt er Oti, den Anführer einer Gruppe krimineller Jugendlicher, kennen. Mehr und mehr gelangt Mwas auf eine schiefe Bahn. Als er nach einem Vorsprechen bei einem kleinen Theater eine Rolle bekommt, beginnt er ein Doppelleben. Nachts schleicht er auf Raubzügen durch die Stadt und tagsüber probt er für seinen ersten Auftritt im Theater. Dass die Situation irgendwann außer Kontrolle gerät, ist wohl nicht verwunderlich.

Nairobi Half Life verzaubert vor allem durch den lebendigen und fröhlichen Charakter der Hauptrolle Mwas, seine Geschichte wird eindrucksvoll wieder gegeben und auch Nebencharaktere kommen nicht zu kurz. Die Bilder Kenias sprechen dazu eine ganz eigene Sprache und zeigen deutlich die Situation und die in Teilen Nairobis immer noch herrschenden Strukturen. Mwas Geschichte ist auf jeden Fall sehenswert, auch wenn sie zu Beginn nur schleppend ins Rollen gerät.

Auf der an die Premierevorstellung anschließenden Podiumsdiskussion antwortet David Gidonga auf die Frage, ob der Film denn auf einer wahren Begebenjeit beruhe: Zu 90 Prozent, ja.

                                                                                                                                                             Sara Reuter

 Foto: Day Three, 2009. Colour study, Curzon Soho von anthony lui/ flickr, CC BY-SA 2.0

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