„Null Toleranz gegenüber weiblicher Beschneidung oder Genitalverstümmelung“!

„Null Toleranz gegenüber weiblicher Beschneidung oder Genitalverstümmelung“!

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Das Thema der weiblichen Genitalverstümmelung beschäftigt die Grünen-Abgeordnete im europäischen Parlament, Dr. Pierette Herzberger-Fofana, schon lange. Anlässlich des auch in Brüssel begangenen internationalen Tages zum Gedenken dieser Problematik schilderte uns die MEP ihre persönliche Sicht auf die bereits erreichten aber auch die notwendigen Entwicklungen in diesem Bereich.

Dr. Pierette Herzberger-Fofana (Mitte) setzt sich mit vielen Mitstreiterinnen, aber inzwischen auch vielen Mitstreitern, für ein Fortkommen im Kampf gegen die Praktik der FGM ein. © privat

Im Jahre 2004 proklamierten die Vereinten Nationen (UNO) den 6. Februar zum internationalen Tag, um auf das Problem der weiblichen Genitalbeschneidung aufmerksam zu machen. Diese sexuelle Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung und basiert auf mangelnder Geschlechtergerechtigkeit und fehlenden Möglichkeiten der Selbstbestimmung.

Im Jahr 2000 kam ich auf Einladung von Emma Bonino (Mitglied des Europäischen Parlaments) erstmals nach Brüssel, um eine europäische Strategie zur Beendigung von weiblicher Beschneidung oder Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation -FGM) zu fordern. In meiner damaligen Funktion als Vertreterin der Nichtregierungsorganisation Association des Femmes Africaines pour la Recherche et le Développement/Association of African Women for Research and Development (AFARD/AAWORD) konnte ich die Anfänge der Auseinandersetzung mit FGM innerhalb der europäischen Institutionen beobachten. Es galt noch intensiver zu sensibilisieren und Sichtbarkeit für das Thema zu generieren.

Jetzt, 20 Jahre später und mittlerweile als Mitglied des Europäischen Parlaments, sehe ich deutliche Fortschritte im Kampf zur Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung. Die ausgezeichnete Arbeit von zahlreichen europäischen Organisationen der Zivilgesellschaft wie FORWARD-Germany, GAMS, No Peace without Justice, La Palabre, Terre des Femmes und End FGM, die sich für die Aufklärung der betroffenen Menschen und Sensibilisierung einsetzen, bildet die Grundlage und ist Initiator für die politische Auf- und Bearbeitung des Themas.
Begrüßenswert ist die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen, die die Umsetzung der EU-weiten Strategien voranbringen. Das Engagement dieser Organisationen im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung, die einen Gewaltakt gegen die Sexualität der Frauen darstellt, ist von unschätzbaren Wert.

Eine von wenigen afro-europäischen Abgeordneten in Brüssel: Dr. Pierette Herzberger-Fofana. © privat  © privat
Eine von wenigen afro-europäischen Abgeordneten in Brüssel: Dr. Pierette Herzberger-Fofana. © privat © privat

In Brüssel berichteten mehrere Vertreter*innen aus europäischen Ländern, die praxisorientiert mit den betroffenen Communites arbeiten. Sie appellierten an die „Politik“ und forderten Unterstützung in Form von nachhaltiger Finanzierung der Projekte, um kontinuierlich eine verlässliche und vertrauensvolle Arbeit gewährleisten zu können.

Darüber hinaus ist festzustellen, dass mittlerweile Frauen und Männer bei diesem Thema an einem Strang ziehen. Die Anwesenheit von Männern, die sich dem Kampf gegen FGM widmen, bedeutet eine Stärkung aller Akteure auf allen Ebenen. Ausschlaggebend für ihr Engagement waren oftmals persönliche und traumatische Erlebnisse.

Als Gastgeberin war ich von dem Engagement der Berichterstatter*innen beeindruckt, denn sie formulierten ihre Forderungen klar und nahmen uns als gewählte Abgeordnete in die Verantwortung.

Wir werden weiterhin gemeinsam auf das Ziel der körperlichen Unversehrtheit – insbesondere von Frauen und Mädchen – hinarbeiten.

Dr. Herzberger-Fofana