Rekord-Überschwemmung am Viktoriasee

Rekord-Überschwemmung am Viktoriasee

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Neben dem See sind auch mehrere Flüsse in Uganda, Ruanda, Burundi und Kenia über die Ufer getreten. Die in Uganda gemeisam mit dem lokalen Partner Cafomi tätige Organisation Malteser International berichtet über die Folgen in der am schwersten betroffenen Region, gerade auch im Zusammenhang mit den Risiken der Corona-Pandemie.

Der Viktoriasee ist über die Ufer getreten und mehrere Inseln wurden überschwemmt. Die Bewohner*innen mussten evakuiert werden. Foto: © Swim Safe/Malteser International

In den vergangenen Tagen haben Starkregenfälle dazu geführt, dass im Westen und Süden Ugandas vier Flüsse und der Viktoriasee über die Ufer getreten sind. Der Wasserstand des Sees habe ein Rekordhoch von 13 Metern über dem Normalstand erreicht, so hoch wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Zehntausende Menschen verloren durch die Überflutungen ihr Zuhause. Schulen, Brücken und Krankenhäuser wurden zerstört.

Foto: © Swim Safe/Malteser International
Foto: © Swim Safe/Malteser International

Die Menschen im Distrikt Kasese, im Westen Ugandas nahe der Grenze zur DR Kongo, seien am stärksten von den Überschwemmungen betroffen, berichtet die vor Ort tätige Hilfsorganisation Malteser International. Die Häuser von rund 30.000 Menschen stünden unter Wasser, Latrinen und Brunnen seien vielerorts unbrauchbar, das Trinkwasser mit Bakterien und Fäkalien verschmutzt. „Die Coronapandemie stellt die Menschen in Kasese während dieser Notsituation nun vor besondere Herausforderungen. In den provisorischen Notunterkünften wird es schwer sein, die Abstandsregeln einzuhalten. Die Gefahr, dass sich COVID-19 dort verbreitet, ist groß. Wir werden einen aufblasbaren Tank in die Stadt Kasese transportieren. Der Tank fasst 5.000 Liter und kann mehrmals täglich wieder aufgefüllt werden. So können wir bis zu 1.000 Menschen täglich mit sauberem Wasser zum Trinken und Händewaschen versorgen und das Risiko für eine Ausbreitung des Virus verringern. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner werden wir außerdem über Sicherheitsmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie aufklären“, sagt Laura Beutler, technische Koordinatorin von Malteser International in Uganda.

Außerdem habe Malteser International ein Nothilfe-Team in den Distrikt entsendet. „Im Distrikt Kasese musste das größte Krankenhaus evakuiert werden und die medizinische Versorgung der Menschen ist dort nicht mehr gesichert. Wir werden acht Ambulanzen und medizinisches Personal nach Kasese schicken, um die Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen. Gerade jetzt während der Coronapandemie ist ein Ausbleiben der Gesundheitsversorgung besonders kritisch.“

Die seit Monaten andauernden ungewöhnlich starken Regenfälle haben in einigen ostafrikanischen Ländern in den vergangenen Tagen bereits 300 Menschen das Leben gekostet. Zudem kämpfen die Menschen in vielen Teilen dieser Länder mit einer Heuschreckenplage, über deren Folgen Sie in der kommenden LoNam-Ausgabe mehr erfahren.

Malteser International & J. Bittermann