Das hätte man gerade von Kalou nicht erwartet

Das hätte man gerade von Kalou nicht erwartet

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Salomon Kalou spielt seit 2014 bei Hertha BSC Berlin, in einem Facebook Live-Video zerstörte er die Vertrauensbasis des Vereins, brachte das Internet gegen sich auf und sorgte für eine turbulente Diskussion darüber, ob ein Neustart der Bundesliga tatsächlich schon zu verantworten ist...

Mittlerweile vom Arbeitgeber Hertha BSC suspendiert: Salomon Kalou; Lizenz CC BY-SA 4.0 , user: Steindy

Am letzten Montag sorgte der ivorische Fußballspieler Salomon Kalou für gewaltiges Aufsehen. In einem Facebook Live-Video, das mittlerweile gelöscht wurde, zeigte der 35-jährige Stürmer die Abläufe in den Gebäuden seines Arbeitgebers Hertha BSC. Mit vielen Vorgaben darf die Mannschaft mittlerweile wieder trainieren, alle Spieler müssen sich jedoch regelmäßigen Tests unterziehen. In Kalous Aufnahme sieht man, dass einige Spieler sowie Mitarbeiter sich nicht an die Abstandsregeln halten, die vorgegeben wurden, um eine möglichst zeitnahe Wiederaufnahme des Spielbetriebes der Bundesliga zu gewährleisten. Leistungsträger und damit Spieler mit Vorbildfunktion wie Ibisevic oder Skjelbred wurden per Handschlag begrüßt. Im Hintergrund des Videos hört man, wie einige Spieler sich über die Corona-bedingten Gehaltskürzungen aufregen. Kalou ist sichtbar belustigt im Verlauf des Videos und stört in der Folge sogar noch die Untersuchung eines anderen Spielers (J. Torunarigha). Gerade von Kalou hätte man solch unverantwortliches Verhalten in der Corona-Krise nicht erwartet, seine Stiftung unterstützt in seinem Heimatland den Kampf gegen das Coronavirus. Er hat sich selber schon einmal an die Öffentlichkeit gewandt und aufgefordert, zu Hause zu bleiben und Spenden für seine Stiftung gesammelt.

Was für „Sala“, wie er von seinen Kollegen auch im Video genannt wird, ein Scherz sein sollte, entwickelte sich zu einem handfesten Skandal, der die ganze Bundesliga betrifft. Wenn den Spielern die Wichtigkeit der Abstands- und Verhaltensregeln nicht bewusst ist, ist es auch kaum zu verantworten, die Bundesliga wieder starten zu lassen. Hertha BSC reagierte und suspendierte Kalou. Das Fehlverhalten anderer im Video abgebildeten bleibt wohl ohne Konsequenzen, die Wahrscheinlichkeit, dass in anderen Vereinen ebenso sorglos mit den Regeln umgegangen wird, ist hoch. Durch das exemplarische Verfahren mit dem Sündenbock Kalou wird jedoch gehofft, dass fortan mehr auf die Einhaltung der Regeln geachtet wird. Die Bundesliga soll nun am 15. Mai fortgesetzt werden, ohne Zuschauer*innen und ohne Kalou…

Ronja Zoe Schultz