Sieben Jahre Südsudan – Kein Grund zu feiern

Sieben Jahre Südsudan – Kein Grund zu feiern

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Der Südsudan feiert am 9. Juli 2018 seine siebenjährige Unabhängigkeit vom Sudan. Als Beobachter der Vereinten Nationen hält die Menschenrechts- und Hilfsorganisation Hoffnungszeichen fest: Eine drohende Hungersnot, anhaltende Kämpfe und eine durch die Ölindustrie verursachte Umweltkatastrophe haben den Südsudan an den Rand des Staatsversagens gebracht.

„Die siebenjährige Geschichte des Südsudans ist eine Geschichte des Scheiterns auf Kosten der Bevölkerung – statt des erwünschten Lebens in Freiheit und Wohlstand bestimmen Korruption, massive Menschenrechtsverletzungen und Hunger den Alltag der Menschen. Die aktuell wiederholt gebrochene Waffenruhe ist nur ein Anzeichen dafür, dass der Südsudan immer mehr einem sogenannten Failed State gleicht, einem gescheiterten Staat. Die Bevölkerung ist heute mehr denn je auf internationale Hilfe angewiesen“, betont Reimund Reubelt, erster Vorstand von Sign of Hope e.V.

Die Lage im jüngsten Staat der Welt spitzt sich weiter zu. Laut Angaben der Vereinten Nationen sind gegenwärtig etwa sieben Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen, im Vorjahr waren es noch sechs Millionen. Gründe für den Anstieg sind die anhaltenden Kämpfe und klimatisch bedingte Ernteausfälle. Dem jüngsten Staat der Welt droht eine Hungersnot – wie sie bereits im Februar 2017 für die Landkreise Leer, Koch und Mayendit im Teilstaat Northern Liech von der UN ausgerufen wurde. Zudem geschieht im Südsudan eine ernstzunehmende, durch die Ölindustrie verursachte Umweltkatastrophe.

Zahlen der Konstanzer Organisation belegen, dass im Südsudan das Trinkwasser von mindestens 600.000 Menschen durch die unsachgemäße Arbeit der Ölindustrie mit Barium und Blei vergiftet wurde. Auch der Sudd als weltweit einzigartiges Sumpfgebiet wurde bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen. Jüngst hat Präsident Salva Kiir in einem Vorwort des Berichts „First State of the Environment and Outlook Report“ die Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie erstmals öffentlich eingestanden.

„Wir begrüßen es, dass die südsudanesische Regierung um Präsident Salva Kiir endlich den Ernst der Lage zu begreifen scheint und die durch die Ölindustrie verursachte Umweltkatastrophe anerkennt. Jetzt müssen den Worten jedoch dringend konkrete Maßnahmen folgen. Dazu gehört neben der Durchführung einer umfassenden Studie über den Gesundheitszustand der Betroffenen auch, dass die Ölindustrie auf die Einhaltung international geltender Standards bei der Förderung und Verarbeitung von Rohöl überprüft wird. Die katastrophalen Umweltverschmutzungen müssen sofort aufhören. Die Zukunft des Südsudan hängt nicht zuletzt vom Umgang der südsudanesischen Regierung mit der Ölindustrie ab“, erklärt Klaus Stieglitz, Menschenrechtsexperte und Zweiter Vorstand von Hoffnungszeichen.

Als Konstanzer Menschenrechts- und Hilfsorganisation engagiert sich Hoffnungszeichen seit 1994 im Bereich des heutigen Südsudan und besitzt den UN-Beraterstatus. Seit mehr als 10 Jahren setzt sich Hoffnungszeichen für die Menschen im Südsudan und ihr Recht auf sauberes Trinkwasser ein. Die Ölindustrie hat im jüngsten Staat der Welt das Trinkwasser von über 600.000 Menschen verschmutzt. Mitverantwortlicher im Ölskandal ist Daimler-Sponsor Petronas. Hoffnungszeichen übt in einer international angelegten Kampagne Druck auf die Verantwortlichen aus.

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