Über 500 Wilderer von Sicherheitskräften getötet

Über 500 Wilderer von Sicherheitskräften getötet

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Nach Angaben des ehemaligen mosambikanischen Präsidenten Joaquim Chissano wurden in den letzten fünf Jahren über 500 mosambikanische Wilderer von südafrikanischen Sicherheitskräften getötet.

Foto: CCO Public Domain, pixabay

Durch den offiziellen Verkauf der Elfenbeinbestände der Staaten des südlichen Afrikas (2007), nahm die Nachfrage nach Elfenbein in den letzten Jahren erneut stark zu. Vor allem asiatische Abnehmer locken mit hohen Gewinnen.

Der Kruger Nationalpark – Südafrikas beliebtestes Tourismusziel – grenzt im Osten an Mosambik. Hier kommt es seit Jahren regelmäßig zur grenzüberschreitenden Jagd nach Elefanten und Nashörnern. Sowohl die Elefanten- als auch die Nashornpopulationen sind stark zurück gegangen.

In den letzten fünf Jahren wurden dabei über 500 mosambikanische Wilderer von südafrikanischen Sicherheitskräften getötet. Anlässlich des zehnten Jahrestages der mosambikanischen Joaquim Chissano Stiftung wurden diese Zahlen am 21. September in Maputo vorgestellt.

„Jeder dieser toten Mosambikaner bedeutet mehr Armut für seine Familie.“
Joaquim Chissano

Chissano, der unter anderem 2007 mit dem Mo Ibrahim Preis ausgezeichnet wurde, forderte gößere Anstrengungen im Kampf gegen Armut und organisierte Kriminalität im eigenen Land. Im Juni letzten Jahres wurde bereits ein Gesetz zur Einführung härterer Strafen gegen Wilderer verabschiedet. Die Stiftung will aber ebenfalls Projekte zur Identifizierung der Wilderer ins Leben rufen und in den betroffenen Gemeinden – nahe der südafrikanischen Grenze – Aufklärungsarbeit leisten.

Die Zahlen wurden von Seiten der südafrikanische Regierung noch nicht bestätigt. Ihren Angaben zufolgen stammen allerdings 80 Prozent der Wilderer aus Mosambik.

Da die Wildereibanden sehr gut organisiert und schwer bewaffnet sind, werden sämtliche Nationalparks Südafrikas von sogenannten Anti-Poaching-Units (Anti-Wilderei-Einheiten) geschützt. Diese sind paramilitärisch ausgebildet, kooperieren mit Spezialkräften der Polizei und des Militärs und sind berechtigt, bei Gefahr Gewalt anzuwenden.

Inzwischen nimmt das organisierte Verbrechen weiter zu. Der Elfenbeinhandel ist grenzüberschreitend, wohl auch auf politischer Ebene, sehr gut organisiert. In der Regel werden die Wilderer aus armen, ländlichen Regionen rekrutiert. Die illegale Jagd ist oftmals die einzige Einkommensquelle. Die eigentlichen Hintermänner sind hingegen nur schwer zu indentifizieren.

Thomas Beutler

Foto: CCO Public Domain, pixabay