Türen öffnen in einer sich wandelnden Gesellschaft – Black International Cinema Berlin

Türen öffnen in einer sich wandelnden Gesellschaft – Black International Cinema Berlin

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Vom 13. bis 15. Mai findet zum 31. Mal das Black International Cinema Berlin Festival statt. Unter dem Motto „The Message is our Direction – A Complexion Change“ werden Filme aus Afrika und der Diaspora vorgestellt.

Das vom Fountainhead Tanz Théâtre und Professor Donald Muldrow Griffith geleitete Black International Cinema Festival findet vom 13. bis 15. Mai im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin statt. Thema des diesjährigen Events ist der Wandel im Erscheinungsbild der Gesellschaft, die sich von sozialen, ökonomischen und politischen Veränderungen geprägt sieht. International produzierte Filme und die Ausstellung „Footprints in the Sand“ bilden den Rahmen des kulturellen Austausches. Im Jahr 2015 wurde das Black International Cinema mit dem EFFE Award als eines der besten Festivals Europas ausgezeichnet.

„Afrika braucht keine Hilfe“, lautet die Aussage eines angolanischen Auswanderers in Brasilien. Doch was ist dran an dieser Aussage in Zeiten des wachsenden Migrantenstroms nach Europa? Wird wirklich keine Hilfe benötigt oder in welcher Form kann man sinnvoll helfen? Keine Gesellschaft könne auf Dauer gleich bleiben, meint Professor Donald Muldrow Griffith. Die weltweite Diversifizierung sei historisch gesehen unvermeidbar. Die Beiträge des Festivals sollen das Zusammenleben der Gesellschaften mit zunehmender ethnischer Vielfältigkeit konstruktiver gestalten. Anstatt die Diversifizierung zu bekämpfen, zielt das Festival darauf ab, Türen zu öffnen und durch Kommunikation die Konflikte und Bräuche in der afrikanischen Community zugänglicher zu gestalten. Dies erfolgt nicht auf akademische Weise oder durch bloße mediale Berichterstattung, sondern in der Form eines Kunstforums, das den Rahmen für einen kulturellen Austausch bietet.

So beleuchtet die brasilianische Dokumentation „The Other Side Of The Atlantic“ die Herausforderungen, denen sich Migranten aus Angola oder Kap Verde in Brasilien stellen müssen. Die falsche Realitätswahrnehmung durch TV-Produktionen wird thematisiert und das Thema des dort allgegenwärtigen Rassismus aufgegriffen. In einer achtteiligen Reihe von Kurzfilmen namens „Sierra Leone on the Mend“ wird das Ebola-Problem in Sierra Leone dargestellt. Die Dorfbevölkerung steht hier zwischen dem tief verankerten Wunsch, sich um ihre Familien zu kümmern und der staatlichen Anordnung der Quarantäne, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. „Black Ballerina“, eine US-amerikanische Produktion beleuchtet die schwierigen Bedingungen afroamerikanischer Balletttänzerinnen in einem von Vorurteilen geprägten Umfeld. Seit einigen Jahren kooperiert das Festival nun auch mit iranischen Filmemachern, die in den letzten Jahren sogar persönlich beim Event dabei waren und Gelegenheit zum Austausch gaben.

Dies sind nur einige Beispiele für die Vielfalt der multikulturellen, unabhängig produzierten Filmprojekte, die teilweise nur auf dem Black International Cinema Festival zu sehen sind. Den Künstlern soll hier eine Plattform geboten werden, auf der sie durch ihre Kunst Eindrücke der afrikanischen Community vermitteln können, die der Gesellschaft sonst unzugänglich bleiben.

Bild: Black International Cinema Berlin

Sandra Tebroke