Wasserkonflikt zwischen Ätiopien und Ägypten

Wasserkonflikt zwischen Ätiopien und Ägypten

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Die Nilbeckeninitiative wurde 1999 mit elf Mitgliedsstaaten ins Leben gerufen, um gemeinsam ein nachhaltiges, sozioökonomisches Management der Wasserresourcen zu ergründen und die Konflikte um das Nilwasser zu lösen. Dabei spielen die beiden Staaten Äthiopien und Ägypten eine entscheidende Rolle. Das liegt an dem extremen Ungleichgewicht zwischen Bereitstellung und Nutzung des Nilwassers, was diese beiden Staaten anbelangt. Das Wasser stammt nämlich mit circa 86 Prozent aus Äthiopien, davon werden jedoch nur etwa drei Prozent für das eigene Land verwendet. Ägypten hingegen ist in seiner Wasserversorgung zu 95 Prozent vom Nil abhängig. Der Nilwasserverbrauch liegt bei ungefähr 75 Prozent und stammt ausschließlich aus anderen Ländern. Äthiopien erlebt durch den Ausbau verschiedener Dämme und Bewässerungsprojekte ein hydrologisches Wachstum. Auch in wirtschaflicher und geopolitischer Sicht findet eine positive Entwicklung statt. Dabei spielt China als derzeit wichtigster Handels- und Finanzierungspartner eine bedeutende Rolle. Äthiopien ist sich den zukünftigen Herausforderungen, wie dem Bevölkerungswachstum, bewusst und möchte gewappnet sein. Ganz im Uneinverständnis Ägyptens, welches sich durch diese Veränderung der Machtverhältnisse bedroht fühlt. Laut Belachew möchte Ägypten die Situation Äthiopiens destabilisieren. Er ist der Meinung, dass der Konflikt erst aus der Welt geschafft werden kann, sobald die Wasserverhältnisse ausbalanciert sind. Obwohl Äthiopien durch die ökomische und finanzielle Verbesserung in der Lage ist, den Nil künftig besser nutzen zu können, ist das kaum möglich. Denn Ägypten hält an dem 1929 vereinbarten „Nile Waters Agreement“ fest. Dieses sichert ihnen ein Vetorecht gegen Wasservorhaben am Oberlauf des Nils. Auch das durch die Vergangenheit geprägte Misstrauen zwischen den beiden Staaten, trägt nicht gerade zu einer baldigst positiven Verständigung bei. Dabei könnte auch Ägypten an der Entwicklung ihres Konfliktpartners profilieren. Ein Kooperationsweg wäre zum Beispiel, Äthiopien als günstige Stromquelle zu nutzen.

Trotz aufregender Diskussion des kleinen Kreises im Afrika-Haus Berlin konnten auch dort keine neuen Lösungswege ermittelt werden. Eins steht jedoch fest: Äthiopien wird wachsen, Ägypten hat bereits an Macht und politischen Einfluss verloren. Die beiden Staaten sollten bald über die Vergangenheit hinwegsehen können und durch eine Partnerschaft beidseitiges Nutzen auf hydrologischer und ökonomischer Sicht erkennen.

                    Sandra Philipp

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