Aachener Friedenspreis an zwei afrikanische Initiativen verliehen

Aachener Friedenspreis an zwei afrikanische Initiativen verliehen

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Ein Imam und ein Erzbischof aus Zentralafrika sowie eine Studententruppe aus Marokko sind die diesjährigen Preisträger des Aachener Friedenspreises. Ihr Engagement umfasst einerseits Versöhnung und anderseits Hilfe für Migranten.

Erzbischof Dieudonné Nzapalainga und Imam Kobine Layama erhalten den Aachener Friedenspreis für ihren Einsatz für die Versöhnung zwischen der christlichen und muslimischen Bevölkerung in der Zentralafrikanischen Republik. Das Land befindet sich in einem Bürgerkrieg. Ende 2012 eskalierten die Kämpfe zwischen der hauptsächlich muslimischen Seleka-Miliz und der christlich dominierten Anti-Balaka-Miliz. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, unter ihnen der Imam Kobine Layama, der mit mehreren tausend Flüchtlingen auf dem Land des Erzbischofs Rettung fand. Zwischen dem Imam und dem Erzbischof entfaltete sich eine Freundschaft, die zugleich Symbol für eine Versöhnung zwischen den Bevölkerungsgruppen ist. Ihr gemeinsames Engagement wurde nun mit dem Aachener Friedenspreis gewürdigt.

Die beiden Geistlichen teilen sich den Friedenspreis mit einer Gruppe Studenten aus der Stadt Oujda in Marokko. Als Repräsentanten waren drei Studenten zur Preisverleihung nach Aachen gereist. Einer von ihnen, Rakotonirina Mandimbihery Anjaralova aus Madagaskar, sah in dem Preis eine hohe Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement der Studenten. Seine Kommilitonen und er hatten die Möglichkeit, durch ein Stipendium legal nach Marokko zu reisen. Auch sie werden gelegentlich für illegale Einwanderer gehalten und haben rassistische Übergriffe und Polizeigewalt am eigenen Leib erfahren. Sie wissen daher, in welcher Lage sich die Flüchtlinge befinden. Die Studenten verteilen Nahrung und Zelte, außerdem begleiten sie die Flüchtlinge zu Arztbesuchen. Der marokkanische Staat duldet dies nur aufgrund der Zusammenarbeit mit der Kirche, ansonsten ist die Hilfe für Flüchtlinge verboten.