Äthiopien: Stiftung Menschen für Menschen weicht auf neue Projektgebiete aus

Äthiopien: Stiftung Menschen für Menschen weicht auf neue Projektgebiete aus

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Die soziale und wirtschaftliche Situation der Frauen in den ländlichen Regionen Äthiopiens ist einer der Gesichtspunkte, die die Stiftung Menschen für Menschen auch bei den neu gestarteten Projekten mit berücksichtigt. Foto: © Stiftung Menschen für Menschen

Äthiopien macht derzeit leider eher wenig gute Schlagzeilen… Mehr über die aktuellen Entwicklungen lesen Sie in der kommenden LoNam.

Nun hat auch die Stiftung Menschen für Menschen Konsequenzen ziehen müssen und beendete ihre Projekte in den westlichen Regionen des Landes, Dale Wabera, Sedi Chanka und Gawo Kebe. Das vorzeitige Ende der Projekte sei Ende letzten Jahres „aufgrund der bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Westen Äthiopiens unausweichlich geworden“, so die Stiftung. Aufgrund der labilen Sicherheitslage habe sie den Einsatz der Mitarbeiter*innen vor Ort nicht mehr verantworten können.

Grafik: © Menschen für Menschen
Die Projekte im Westen wurden vorzeitig beendet. Hinzu kommen dafür die neuen Projektregionen Illu Gelan und Nono Benja. Grafik: © Menschen für Menschen

Die der Regionalverwaltung von Oromia bereits zugesagten finanziellen Mittel für das Jahr 2020 fließen nun allerdings direkt in die anstelle der beendeten neu gestarteten Projekte in den Gebieten Illu Gelan und Nono Benja.

Illu Gelan mit seinem Hauptort Ijaji liegt rund 200 Kilometer westlich von Addis Abeba in der West Shoa Zone, Nono Benja mit dem Hauptort Alga etwa 275 Kilometer süd-westlich der Hauptstadt in der Jimma Zone. Beide Gebiete grenzen an die Region Dano, in der „Menschen für Menschen“ bereits seit 2013 aktiv ist. Knapp 200.000 Menschen sollen in den neuen Projektgebieten in den kommenden Jahren von integrierten Maßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, WaSH, Bildung, Gesundheit und Einkommen profitieren, verspricht die Presseabteilung der Stiftung.

Die Bevölkerung lebe in beiden Gebieten vornehmlich von Landwirtschaft und Viehzucht, doch die Böden seien durch Abholzung und Überweidung stark erodiert und ausgelaugt. Hier will die Stiftung nun wie schon anderenorts in Äthiopien „nach dem seit 39 Jahren bewährten Prinzip integrierte ländliche Entwicklungsprojekte“ durchführen und hat dafür einen zunächst auf drei Jahre angelegten Vertrag mit den örtlichen Behörden geschlossen.

Besonders prekär sei die Situation bei der Verfügbarkeit von Wasser. Lediglich etwa jeder Dritte in Nono Benja hat laut Angaben der Stiftung Zugang zu sauberem Trinkwasser, in Illu Gelan sogar nur einer von fünf Menschen. Magen- und Darmerkrankungen seien die Folge, und auch vor dem Coronavirus könne sich die Bevölkerung so nicht ausreichend schützen. Noch in diesem Jahr ist deshalb in den beiden Woredas unter anderem der Bau von fünf Quellfassungen, vier Flachbrunnen und zwei Handpumpbrunnen samt begleitender Maßnahmen geplant.

Außerdem wolle „Menschen für Menschen“ sich der Schulgebäude, medizinischen Behandlungsmöglichkeiten sowie der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Frauen in den beiden Gebieten annehmen. Wir sind gespannt, was wir in Zukunft über die Ergebnisse berichten können.

Julia Bittermann