Angola tritt aus der OPEC aus

Angola tritt aus der OPEC aus

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Mitarbeiter in der Erdölgewinnung in Angola © Ragnhild H. Simenstad, Flickr, CC BY-ND 2.0 Deed
Mitarbeiter in der Erdölgewinnung in Angola © Ragnhild H. Simenstad, Flickr, CC BY-ND 2.0 Deed

Der angolanische Minister für Bodenschätze, Erdöl und Gas, Diamantino Azevedo, hat den Austritt des Landes aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zum 1. Januar 2024 erklärt. Grund dafür ist eine Meinungsverschiedenheit über die Produktionsquoten, die die Gruppe auf zwölf Mitglieder schrumpfen ließ.

Die OPEC hatte beschlossen, Angolas Röholproduktionsquote für 2024 auf 1,11 Millionen bpd (Barrel pro Tag) zu senken, was einer Kürzung um 70.000 bpd entspricht. Diamantino Azevedo zufolge ist die Mitgliedschaft Angolas in dem Verband nicht von nationalem Interesse, da die OPEC den Ölförderzielen des Landes, das bisher rund 1,180 Millonen Barrel pro Tag produziert, nicht entspricht. „Wir sind der Meinung, dass Angola im Moment nichts davon hat, wenn es in der Organisation bleibt, und zur Verteidigung seiner Interessen hat es beschlossen, sie zu verlassen“, erklärte er. Azevedo kritisierte auch die Tatsache, dass Angola bisher keinen Einfluss auf die von der OPEC festgelegten Förderquoten hatte, und glaubte, dass das Land früher oder später gezwungen sein könnte, die Rohölproduktion zu drosseln, was im Widerspruch zu Angolas Zielen steht.

Angola schließt sich damit anderen ehemaligen OPEC-Mitgliedern wie Katar und Ecuador an, die die Gruppe 2019 bzw. 2020 verlassen haben. Als größter Ölförderer Afrikas war Angola seit 2007 OPEC-Mitglied, hatte aber in den letzten Jahren wiederholt Probleme damit, die auferlegten Maximalförderquoten einzuhalten. Obwohl Angola immer noch ein relativ kleiner Akteur in der OPEC ist, wirft sein Austritt Fragen nach der Zukunft der Organisation auf, da die Rohölpreise nach der Ankündigung der angolanischen Regierung um mehr als 1,5 Prozent gefallen sind. Ohne Angola wird der Block voraussichtlich 27 Millionen Barrel Öl pro Tag produzieren, was etwa 27 Prozent des weltweiten Angebots entspricht.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) wurde 1960 in Bagdad von fünf Staaten (Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela) gegründet. Im Jahr 2018, als der Block 14 Länder umfasste, repräsentierte er 44 Prozent der globalen Rohölproduktion und 81,5 Prozent der nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Mit dem Austritt Angolas ist die OPEC nun auf elf Mitgliedsländer geschrumpft.

Die Ende 2016 gegründete OPEC+ umfasst auch assoziierte Länder, die zwar keine eigentlichen Mitglieder der Organisation sind, aber in einigen Bereichen der internationalen Politik im Zusammenhang mit dem Ölhandel aktiv sind und zwischen Mitgliedsländern und Nichtmitgliedern vermitteln können. Diese Staaten, die die OPEC+ bilden, sind Aserbaidschan, Bahrain, Malaysia, Mexiko, Russland, Brasilien, Brunei, Kasachstan, Oman, Südsudan und Sudan.

Filipa Pereira

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