Arabisch-deutsche Literaturtage

Arabisch-deutsche Literaturtage

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Am kommenden Freitag und Samstag finden in Berlin die Arabisch-deutschen Literaturtage mit dem Thema "Verfemte Sprachen" statt und präsentieren Künstler*innen aus Ägypten, Syrien, Tunesien, Palästina, Österreich und Deutschland.

© Heinrich-Böll-Stiftung

Die Arabisch-deutschen Literaturtage, ein unabhängiges Literaturfestival, finden in diesem Jahr zum zweiten Mal in Berlin statt. Als Plattform für Autor*innen aus arabisch- und deutschsprachigen Ländern fördern die Literaturtage den interkulturellen Dialog über Themen aus Politik, Kultur und Gesellschaft.

Das Thema des diesjährigen Festivals lautet „Verfemte Sprachen“ und macht darauf aufmerksam, wie sehr Arabisch, eine von rund 300 Millionen Menschen gesprochene Sprache, bis heute kriminalisiert wird. Diese Erfahrung machen hier im Exil lebende arabischsprachige Menschen auf vielfache Weise. In der U-Bahn müssen sie erleben, wie bereits ein Telefonat auf Arabisch dazu führen kann, dass Mitfahrende sie misstrauisch beobachten. Verbreitet ist auch die Annahme, dass Männer aus dem arabischen Raum per se eine patriarchale Gefahr darstellten und Frauen entsprechend vor allem Opfer seien – auch dieses Stereotyp trägt zur Abwertung arabischsprachiger Menschen bei. Ein Ziel der Veranstaltung ist es den arabisch-deutschen Dialog zu fördern, und einzuladen zu einer Diskussion der Frage: Warum hat es arabischsprachige Kultur in Deutschland so schwer?

Auch Autor*innen erfahren häufig, wie schwer es als Arabischmuttersprachler*in ist, deutsche Verlage für sich zu gewinnen. So ist die Kenntnis der arabischen Literatur hierzulande noch eher begrenzt, auch wenn sich seit 2015 eine gewisse Öffnung bemerkbar macht. Umso wichtiger ist es, den arabisch-deutschen Dialog weiter zu fördern und Arabisch als Kultursprache im hiesigen Kulturbetrieb zu verankern.

Die Literaturtage werden von den Gründer*innen des Festivals Ramy Al-Asheq, Lilian Pithan und Dr. Ines Kappert kuratiert. Dieses Jahr wird das Festival von den feministischen Schriftstellerinnen Basma Abdelaziz aus Ägypten und Kathrin Röggla aus Österreich eröffnet, und präsentiert weitere Schriftsteller*innen aus Ägypten, Syrien, Tunesien, Palästina, Österreich und Deutschland. Live-Performances, ein Comic-Salon und eine Lyriknacht mit besonderem Fokus auf die Arbeiten von jungen Künstler*innen runden das Programm ab.

Das Programm finden Sie hier.

Freitag, 25. Oktober 2019, 17 bis 23 Uhr
Samstag, 26. Oktober 2019, 13 bis 23 Uhr
Veranstaltungsort: Baynatna. The Arabic Library in Berlin
c/o Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Breite Str. 36, 10178 Berlin

Eintritt frei, Sprachen: Arabisch/Deutsch