Äthiopien setzt auf Wasserkraft

Äthiopien setzt auf Wasserkraft

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Schon Ende Mai haben in der Region Benishangul-Gumuz im Westen Äthiopiens, nahe der sudanesischen Grenze, die Bauarbeiten des größten Stausdammes Afrikas begonnen. Zuerst wird der Flusslauf des Blauen Nils begradigt.

Die Fertigstellung des Großen Äthiopien-Renaissance Staudamm, mit einer Höhe von 145m ist für 2017 geplant. Dann soll er jährlich bis zu 6000 Megawatt Elektrizität produzieren. Genug Energie um ganz Äthiopien zu versorgen zusätzlich Strom in die Nachbarstaaten zu exportieren.

Bis dahin muss sich Äthiopien aber noch mit Ägypten auseinandersetzen. Dort, wo der Nil ins Mittelmeer mündet, befürchtet die Regierung, dass durch das Stauen nicht mehr genug Flusswasser im Land ankommt. Der Nil bildet in Ägypten die Lebensader der Wirtschaft. Sein Wasser wird zur Bewässerung der Landwirtschaft genutzt und dient der Schifffahrt. Ägypten fordert Äthiopien das Großbau-Projekts zu stoppen, droht andernfalls mit Konsequenzen, wenn nötig auch mit Gewalt.

Experten sehen die Besorgnis Ägyptens als unbegründet. Die internationalen Standards, die den Bau des Staudamms begleiten, verhindern, dass es in Anrainerstaaten zu Beeinträchtigungen kommt.

In Zukunft sind daher neue Gespräche über die Rechte des Flusses nötig und auch geplant. Die letzte Vereinbarung zwischen Äthiopien, Ägypten und dem Sudan stammt aus dem Jahr 1929. Nahezu 86 Prozent des Nilwassers entspringt in Äthiopien durch den Zuläufer Blauer Nil. Genau wird nun die Staumauer entstehen. Des weiteren fließt der Nil, mit seinen zahlreichen Neben- und Zuflüssen, zuvor auch noch durch den Südsudan, Uganda und Tansania, entspringt aber in Ruanda und Burundi. Bisher beansprucht Ägypten das meiste Flusswasser für sich und seine Wirtschaft und beruht sich dabei auf Traditionen, die seit der der Zeit der Pharaonen Ägypten zum Herrscher des Nils macht. In einer modernen Zeit ist diese Form der Beanspruchung natürlich nicht rechtens. Der Verteilungsanspruch muss neu geklärt werden.

Bis dahin läuft der Bau des Großen Äthiopien-Renaissance Staudamm weiter.

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