Der Kimberley Prozess

Der Kimberley Prozess

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Die Idee hinter dem Kimberley Prozess ist simpel. 47 Länder, darunter sämtliche afrikanische Diamantenproduzenten, unterzeichneten einen Vertrag, der den Handel mit den sogenannten „Blutdiamanten“ unterbinden soll. Mithilfe staatlich anerkannter Herkunftszertifikate soll das einst eingerichtete Kontrollgremium die Legalität der gehandelten Diamanten überwachen können. Immer wieder aber gab es Berichte über Korruption innerhalb dieses Abkommens, was unter anderem die Fälschung der Herkunftszertifikate einschließt.

Diamanten finanzierten jahrzehntelang Bürgerkriege in Afrika (Angola, Elfenbeinküste, Sierra Leone, DR Kongo). Sie tun es auch heute noch und auch der Kimberley Prozess vermochte es nicht das Problem vollständig einzugrenzen. Die weltweite Kampagne der „Global Witness Group“ scheint diese Diskrepanz unterstreichen zu wollen. Informationen zufolge bereichert sich das Militär und die politische Elite Simbabwes unrechtmäßig an dem Diamantenreichtum des Landes und setzt nicht selten Gewalt gegenüber den Arbeitern ein. Desweiteren wurden Vermutungen geäußert, dass im Jahr 2008 100-200 Mienenarbeiter in der Marange Region, Ostsimbabwe, bei dem Versuch des Militärs die Kontrolle über das Diamantenfeld zu erlangen, getötet worden sind. Nach wie vor sind solche Meldungen nichts ungewöhnliches.

Trotz alledem steht die Notwendigkeit eines Abkommens wie dem Kimberley Prozess außer Frage. Die Kontrollmechanismen sollen in Zukunft härter greifen. Das verantwortliche Gremium wolle künftig eine vehemente Prüfung des Diamantenbedarfs eines jeden Landes durchführen, damit die Produktionsstaaten nicht die Möglichkeit besitzen „Schiffsladungen“ voller Rohdiamanten als „konfliktlose“ Diamanten zu deklarieren. „Es bietet zudem auch die Möglichkeit die Herkunft jedes einzelnen Steins nachzuvollziehen, so Ian Smile, ehemaliger Beamter des Kimberley Prozesses.

Erst kürzlich wurden neue Vorwürfe gegen den Staat Simbabwe laut, der in der Diamantenregion Marange Foltercamps einsetzen soll. Die Regierung unter Präsident Robert Mugabe äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Nach zehn Jahren steht der Kimberley Prozess nun vor der Aufgabe sich selbst zu legitimieren.

G.S. 08.08.11

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