Deutscher Afrika-Preis geht an zwei Umwelt- und Naturschützer

Deutscher Afrika-Preis geht an zwei Umwelt- und Naturschützer

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Zum ersten Mal wurde der Deutsche Afrika-Preis zwei Personen zuteil, die sich mit Leib und Leben für den Naturschutz einsetzen und Mitgestalter der Umweltpolitik sind.

Gerald Bigrube freut sich über die Auszeichnug © Sylvie Weisshäupl/Deutsche Afrika Stiftung

Der 26. Deutsche Afrika-Preis wurde in diesem Jahr an den tansanischen Naturschützer Gerald Bigrube und den madagassischen Umweltaktivisten Clovis Razafimalala verliehen. Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages, überreichte den Preis. Der feierlichen Verleihung im Allianz Forum am Brandenburger Tor wohnten 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bei. Beide Preisträger wurden wegen ihrer wichtigen Arbeit für Umwelt- und Naturschutz geehrt.

Die Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Uschi Eid, brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass erstmals zwei Naturschützer den Preis erhalten haben. Auf diese Weise rückten unpopulärere Aspekte des Umweltschutzes in den Vordergrund. Auch Schäuble betonte: „Es geht doch um die langfristige Sicherung der Lebensgrundlage der Menschheit. (…) Der Schutz der Umwelt ist eine wirklich globale Aufgabe. (…) Es brennt und es drängt.“

Gerald Bigrube (66) ist seit 44 Jahren als Natur- und Wildschützer in Tansania aktiv. Er arbeitete 16 Jahre lang in leitenden Funktionen bei der Nationalparkbehörde TANAPA und setzt sich gegen Wilderei und für den Naturschutz in Tansania ein. Mittlerweile ist er insbesondere im Selous-Nationalpark tätig, einem der größten afrikanischen Wildschutzgebiete und UNESCO-Weltnaturerbe. Durch seine Position als Landesdirektor der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in Tansania kann er nun nationalen und internationalen Naturschutz miteinander verbinden. Auch wenn er Erfolge im Kampf gegen Wilderei verzeichnen kann, werden Mensch und Tier durch den Bevölkerungswachstum immer wieder zu Konkurrierenden. Bigrube geht deshalb zu den Menschen und versucht, sie für das Thema Naturschutz zu sensibilisieren. Jurypräsident Volker Faigle bezeichnete ihn als „stets besonnen Brückenbauer“ und lobte seinen „nachhaltigen Naturschutz, der im Einklang mit gesellschaftlichen Bedürfnissen steht.“

Preisübergabe an Clovis Razafimalala © Sylvie Weisshäupl/Deutsche Afrika Stiftung
Preisübergabe an Clovis Razafimalala © Sylvie Weisshäupl/Deutsche Afrika Stiftung

 

Der Umweltaktivist Clovis Razafimala (46) setzt sich seit über 10 Jahren gegen die illegale Abholzung von geschützten Edelhölzern und deren Schmuggel im madagassischen Masoala Nationalpark ein, der ebenfalls UNESCO-Weltnaturerbe ist. 90 Prozent der ursprünglichen Waldbestände in Madagaskar sind bereits zerstört. Als Koordinator der Umweltschutzorganisation Coalition Lampogno dringt er in die kriminellen und korrupten Wirtschaftsstrukturen vor, die bis in die madagassische Politik hineinreichen. Nach Demonstrationen wurde Razafimalala 2016, unter dem Vorwurf, zur Plünderung und Zerstörung öffentlichen Eigentums aufgerufen zu haben, inhaftiert. Dabei war er bei den Protesten nicht einmal anwesend. Trotz seiner Freude über den Deutschen Afrika-Preis sagte er ihn Bezug darauf: „Das wird mein Leben nicht einfacher machen. (…) Aber ich verspreche, dass ich weitermache.“

Die Deutsche Afrika Stiftung ist seit mehr als 40 Jahren als Dialogpartnerin zwischen afrikanischen und deutschen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Medien aktiv. Seit 1993 verleiht sie jedes Jahr den Deutschen Afrika-Preis an herausragende afrikanische Persönlichkeiten, die sich in politischen, sozialen oder etwa kulturellen Bereichen engagieren. Dabei wählt eine unabhängige Jury den Preisträger oder die Preisträgerin.

Sophia Kratz

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