Die Charta der Vielfalt – viel Prestige, wenig Inhalt

Die Charta der Vielfalt – viel Prestige, wenig Inhalt

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Nach französischem Vorbild will die Charta der Vielfalt eine Initiative zur Integration von sogenannten Randgruppen in die Wirtschaftswelt sein. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Doch reicht es aus, wenn Unternehmen ein Papier unterschreiben?

Im Jahre 2006 initiierten DaimlerChrysler, die Deutsche Bank, die Deutsche BP und die Deutsche Telekom ein Papier, mit dem sie sich per Unterschrift selbst dazu verpflichteten, „ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.“ Mittlerweile haben mehr als 1.800 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen die Charta unterzeichnet, jüngst Außenminister Frank-Walter Steinmeier in einem wohl eher symbolischen Akt. Um die Ziele der Charta zu verwirklichen, wurde ein Verein gegründet, der die Unternehmen durch Aufklärung über Diversity Management unterstützen soll. Zudem wurde 2013 der erste Diversity Tag organisiert, bei dem Teilnehmende über die Arbeitswelt von Morgen und die Rolle von Diversität diskutierten.

Ob die Charta tatsächlich dazu führt, dass sich Unternehmen und Institutionen öffnen und freie Stellen mit Menschen besetzen, die es sonst eher schwer haben, in ein Unternehmen wie DaimlerChrysler oder gar beim Bundeskriminalamt einzusteigen, bleibt abzuwarten. Ein Nachweis nämlich, ob die Unternehmen auch an den Zielen, die sich selbst gesetzt haben, arbeiten, muss nicht erbracht werden. So gibt es auch 8 Jahre danach keine Möglichkeit, die Wirksamkeit der Charta zu überprüfen. Einer Sache kann man sich jedoch gewiss sein, positive Auswirkungen für die Unternehmen gibt es, deutlich im Wortlaut der Charta verankert: „Dieses hat positive Auswirkungen auf unser Ansehen bei Geschäftspartnern, Verbraucherinnen und Verbrauchern sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern der Welt.“

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