Die Könige Ndongos

Die Könige Ndongos

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Wie Angola zu seinen Völkern kam; zum 29. Jahrestag der Unabhängigkeit Angolas.

Ndongo war einst an der heutigen Westküste Angolas gelegenes Bantu Königreich und bis 1671 untergebener Staat des Kongoreichs. Der König von Ndongo hieß Ngola, und noch heute ist das Land Angola nach ihm benannt. Ndongo und auch das heutige Angola war und ist die Heimat verschiedener Ethnien. Die Mehrheit sind noch immer die Bantu, die sich den lokalen Gruppen der Ovimbundu, Ambundu und Bakango ordnen. Des Weiteren gibt es noch eine Vielzahl anderer ethnischer Gruppen, wie Ganguela, Ovambo oder Nyaneka-Nkhumbi. Doch wie kam es eigentlich zu dieser multi-ethnischen Kultur in Angola? Die Ovimbundu erklären den Ursprung ihres Landes mit folgender Legende:

„Es beginnt bei dem Urvater des Menschengeschlechts, von dem auch die Könige Ndongos abstammen. Eines Tages fiel ein Mann vom Himmel, ihm war der Name Feti gegeben, was soviel bedeutet wie ‚Der Anfang‘ bedeutet. Der gute Feti hatte natürlich nicht vor, nur tatenlos herum zu sitzen und so begann er, die Gegend zu erkunden. Doch so musste er feststellen, dass er der einzige Mensch zwischen Tieren war. Feti fühlte sich schrecklich einsam, so allein zwischen all den Kreaturen um ihn herum.

Um sich etwas von seiner traurigen Erkenntnis abzulenken, beschloss er nach Cunene zu gehen, um dort auf die Jagd zu gehen. Er griff sich seine Waffen und legte sich auf die Lauer, in der Hoffnung, ein Nilpferd zu erlegen. All das nahrhafte Fleisch würde ihn sicher eine ganze Weile sorglos leben lassen. So wartete er Stunde um Stunde am Fluss, ohne dass etwas geschah. Doch plötzlich tauchte etwas aus dem Wasser auf. Es war aber kein Nilpferd. Es sah ihm selbst sehr ähnlich, wie er erstaunt feststellte. Es war die erste Frau der Menschheit: Tchoya. Sie machte ihrem Namen, welcher wohl am ehesten mit ‚Vollkommenheit‘ zu übersetzen wäre, alle Ehre. Denn sie war so wunderschön, dass sich Feti sofort in sie verliebte und sie gemeinsam die erste Familie der Erde gründeten.

Tage, Wochen und Monate vergingen bis eines Morgens die Schreie eines Kindes die Tiere der Wälder weckten. Nicht ein Vogel oder Tier des Waldes, das an diesem Tag nicht kam, um das Neugeborene und seine überglücklichen Eltern zu besuchen. Ihr kleiner Sohn bekam den Namen Ngalangi. Es sollte nicht all zu lange dauern, bis ein zweites Kind das Licht der Welt erblickte. Dieses Mal eine Tochter, Viye. Auch Viye’s Name besaß eine tiefere Bedeutung. Er stammte von dem Verb ‚okuiya‘, was man mit ‚Kommen‘ übersetzen könnte. Für die Eltern war klar, dass Viye mit ihrer ungeheuren Anziehungskraft alles Leben zu sich führen würde und so war es auch. Damit war sie die Mutter des Nordens und aller hier lebenden Menschen geworden. Ihr Bruder Ngalangi hingegen wurde der Vater des Südens und all seiner Bewohner.

Und so wird deutlich, dass trotz all der verschiedenen Ethnien doch alle Menschen Angolas zur selben Familie gehören.“

Jörg Schulze

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