Drei Tage Gedenken

Drei Tage Gedenken

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Nach der Ermordung von über 50 Menschen im Norden der Zentralafrikanischen Republik, wurde in Staatstrauer drei Tage lang der Opfer gedacht. Die Regierung und internationale Repräsentanten fordern die unverzügliche Auslieferung der Verantwortlichen durch die verantwortliche Gruppierung.

Die zentralafrikanische Flagge war drei Tage lang auf Halbmast, da das Land seit den Friedensvereinbarungen im Februar nicht mehr ein solches Ausmaß an tödlicher Gewalt erlebt hat. Photo: CC-0

Zur gemeinschaftlichen Verarbeitung der gewalttätigen Übergriffe im instabilen Nordwesten des Landes veranlasste die Regierung der Zentralafrikanischen Republik vergangenen Freitag, den 24. Mai, drei Tage des Gedenkens und der Trauer für die Opfer des Vorfalls. In der an den Tschad angrenzenden Region Pahoua waren am 21. Mai mehr als 50 Menschen von Mitgliedern militanter Gruppierungen umgebracht worden, wie die Vereinten Nationen am Donnerstag bekannt gaben.

Verantwortlich gemacht für das „Massaker“, wie die Tötungen in den Medien bezeichnet werden, wird R3, eine militante Gruppe, die sich Menschenrechtsorganisationen zufolge seit 2015 der mehrfachen Tötung und Vergewaltigung schuldig gemacht habe. Die zentralafrikanische Regierung stellte dem Anführer der Miliz, Sidiki Abass, nun ein Ultimatum. Sie fordert, dass all diejenigen, die auf irgendeine Weise in die Morde verwickelt waren oder verantwortlich dafür sind, unverzüglich an staatliche Stellen ausgeliefert werden, sonst laufe Abass Gefahr, selbst dafür verantwortlich gemacht zu werden. Auch António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, hat die Zentralafrikanische Republik dazu aufgefordert, „diese Angriffe zu untersuchen und die Verantwortlichen rasch vor Gericht zu bringen, wobei er daran erinnert, dass Angriffe auf Zivilisten Kriegsverbrechen darstellen können“, so der Sprecher des Generalsekretärs, Stephane Dujarric. Noch deutlichere Worte fand UN-Vertreter für die CAR und Anführer von MINUSCA, Mankeur Ndiaye. Er „verurteile“ den Mord auf das Schärfste und versprach: „Die Urheber solcher Verbrechen werden gesucht, verhaftet und vor Gericht gestellt.“

Regierungssprecher Ange-Maxime Kazagui erklärte bei einem gemeinsamen Briefing am Mittwoch mit der UN-Friedensmission, dass es dadurch zu der gewaltsamen Eskalation gekommen sei, dass die R3 Vergeltungsmaßnahmen gegen mehrere Gemeinschaften in der Präfektur Ouham Pende ergriffen habe, nachdem bei einem vorausgegangenen Zwischenfall ein Mann der Ethnie Peuhl getötet worden war.

Die Miliz R3 war eine der 14 Gruppen, die am 6. Februar ein Friedensabkommen mit der Regierung der CAR unterzeichnet hatten, um den Streit um die Kontrolle über Bodenschätze zu regulieren. Die darin vereinbarten Regelungen, die Schlüsselpositionen an Kriegsherren verteilt und gemischte Einheiten von regulären Truppen und Milizionären aufstellen ließ, war seit Anbeginn umstritten. Nichts desto trotz hat R3 durch diesen Racheakt die Friedens-Vereinbarung gebrochen. Seit der Unterzeichnung des Abkommens habe es in der Zentralafrikanischen Republik nicht mehr einen gewaltsamen Verlust von Menschenleben dieses Ausmaßes gegeben.

A. Backes & J. Bittermann