„Egal, was jemand sagt, das macht mich nur stärker.“

„Egal, was jemand sagt, das macht mich nur stärker.“

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Der erst 15-jährige Fußballer Youssoufa Moukoko wurde im Spiel der Dortmunder U19 gegen Schalke 04 beleidigt. Erneut muss der Fußball in Deutschland die Frage nach Rassismus stellen.

Bild: LuxXeon, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 License

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass das Thema Rassismus im Fußball nicht aufgegriffen werden muss. Auch wenn im aktuellen Fall die Frage nach dem rassistischen Motiv nicht geklärt ist, muss sie dennoch wieder geführt werden:

Der gebürtige Kameruner Moukoko ist aktuell das Ausnahmetalent im deutschen Fußball. Mit gerade einmal 15 Jahren spielt er bereits in der U19-Mannschaft vom BVB und trainiert bei den Profis mit. Im November könnte er sogar einen ersten Auftritt in der Bundesliga und Champions League haben, dies darf er allerdings erst nach seinem 16. Geburtstag. Er würde dann zum jüngsten Spieler in der Geschichte von Champions League und Bundesliga werden. Die mediale Aufmerksamkeit auf seine Person ist riesig, wir berichteten darüber bereits in der LoNam-Ausgabe 05/2019.

Die öffentliche Debatte um Moukoko beschäftigt sich jedoch nicht nur mit seinem Talent, sondern auch viel mit der Frage nach seinem Alter, das oft angezweifelt wird. Der gesamte Diskurs trieft nur so vor Rassismen, denn sein Alter wird nur aufgrund seiner Herkunft angezweifelt. Nicht weiter verwunderlich also, dass Moukoko Beleidigungen wie im Spiel gegen Schalke 04 als rassistisch motiviert einstuft. In einem Video von dem Junioren-Spiel sind Äußerungen von den Rängen zu hören wie „Verpiss dich, du Hurensohn“ oder „Ich brech‘ dir alle Knochen“, andere Sätze sind teilweise unverständlich. So unangebracht solche Aussagen vor allem in einem Jugendspiel gegenüber einem 15-jährigen zwar sind, so klingen sie erst einmal nicht  grundsätzlich rassistisch. Moukoko äußerte sich jedoch nach dem Spiel auf seinem privaten Instagram-Account, dass er stolz auf seine Hautfarbe sei und es keinen Platz für Rassismus im Fußball gäbe. Demnach gab es also Aussagen rassistischer Natur beziehungsweise Moukoko hat diese so aufgefasst. Vom DFB wurden Untersuchungen eingeleitet, die unter anderem auch bestimmen sollen, ob die Beleidigungen rassistisch motiviert waren. Für den betroffenen Spieler waren sie das jedoch offenbar. Vielleicht sollte das der ausschlaggebende Punkt sein.

Ronja Zoe Schultz