Gesundheit gratis

Gesundheit gratis

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Seit dem 2. April diesen Jahres ist die Gesundheitsversorgung für Schwangere und Kleinkinder in Burkina Faso kostenlos. Ins Rollen gebracht wurde die neue staatliche Maßnahme durch die Lobbyarbeit mehrerer Hilfsorganisationen.

Jedes zehnte Kind in Burkina Faso stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Die Ursachen dafür liegen in Erkrankungen wie Malaria oder Durchfall. Theoretisch wären diese Leiden gut behandelbar, doch aus finanziellen Gründen bekommen viele Kinder selten einen Arzt zu Gesicht. Ähnlich dramatisch ist die Lage für Schwangere. Angesichts der hohen Kosten, die bei einer Geburt und Nachsorge auf die Familie zukommen, gebären viele Frauen zu Hause. Die fehlende Betreuung endet nicht selten in fatalen Komplikationen. Um die Mütter- und Kindersterblichkeit zu bekämpfen, setzen sich verschiedene Hilfsorganisationen seit Jahren für einen verbesserten Zugang zur medizinischen Versorgung ein. Durch deren Unterstützung sank die Sterberate von Kindern um 16 Prozent und die Geburten unter medizinischer Aufsicht stiegen markant.

Klar ist jedoch: Das Engagement kann und soll nicht dauerhaft ersetzen, was Aufgabe des Staates ist. Darum schuf die deutsche Organisation Help zusammen mit internationalen Partnerorganisationen wie Amnesty International Burkina Faso, Terre des Hommes und Save the Shildren eine große Lobbykampagne, die gezielt in den Wahlkampfzeitraum 2015 gelegt wurde. Die Kandidierenden wurden aufgerufen, sich aktiv und öffentlich zur Bekämpfung der Kinder- und Müttersterblichkeit zu bekennen und Schwangere, Stillende und Kinder unter fünf Jahren von der Bezahlung medizinischer Leistungen zu befreien. Die Zielgruppe zeigte sich offen und bereit, sodass das Anliegen ins Programm der einzelnen Parteien überging – und die Wahlen im November 2015 überdauerte. So erließ die jetzige Regierung unter Premierminister Paul Kaba Thieba Anfang März die entsprechende Maßnahme. Seit dem 2. April ist sie zunächst in drei Regionen des Landes aktiv, in den zehn Weiteren wird sie etappenweise bis Juni eingeführt. Die Regelung schafft eine neue Ausgangslage für die Frauen und Kinder Burkina Fasos: Die Hemmschwelle, einen nötigen Arztbesuch aus Kostengründen zu meiden, ist weg.

Maren Beck